26.01.2018  Schwellenländer-Börsen im Höhenflug

Wo Emerging Markets jetzt noch Renditechancen bieten

Von
Börsianer in China: Die Aktien der Schwellenländer sind zuletzt stark gestiegen, doch Experten sehen weiterhin Potenzial.
REUTERS
Börsianer in China: Die Aktien der Schwellenländer sind zuletzt stark gestiegen, doch Experten sehen weiterhin Potenzial.

Die Börsen der Schwellenländer haben jene in Europa und den USA zuletzt klar abgehängt. Und selbst nach enormen Kursgewinnen gibt es in China, Indien und Co womöglich noch Potenzial.

Die Börsen weltweit laufen seit Monaten ausgezeichnet - aber einige laufen noch besser als andere. Besonders stark haben sich zuletzt die Aktienmärkte in den Schwellenländern entwickelt. So stieg der Index MSCI Emerging Markets, der diese Märkte zusammenfasst, seit Anfang 2017 um sage und schreibe 45 Prozent. Damit ließen die Börsen in China, Indien, Indonesien und ähnlichen aufstrebenden Volkswirtschaften gemeinsam sogar die Wall Street weit hinter sich, wo etwa der Blue-Chip-Index Dow Jones im gleichen Zeitraum ein Plus von rund 32 Prozent verzeichnete. Auch der hiesige Leitindex Dax konnte mit einem Gewinn 16 Prozent mit den EM-Börsen nicht mithalten.

Inzwischen befindet sich der Index MSCI Emerging Markets in der längsten Phase ohne einen zwischenzeitigen Rücksetzer um 10 Prozent oder mehr seit Beginn seiner Berechnung. Kein Wunder also, dass viele Fachleute zunächst mit einer Korrektur rechnen. Jordi Visser etwa, Investmentchef beim 1,3 Milliarden Dollar schweren Hedgefonds Weiss Multi-Strategy Advisers, sagte kürzlich dem Infodienst Bloomberg, die Euphorie sei an einen Punkt gelangt, an dem ein scharfer Rückfall anstehe. Ähnliche Warnungen kamen bereits von Jeff Gundlach, dem prominenten Chefanleger der Investmentgesellschaft DoubleLine Capital, sowie von der US-Bank Goldman Sachs.

Grundlegend jedoch, da sind sich viele Beobachter einig, spricht auch nach den erheblichen Kursgewinnen der vergangenen Monate weiterhin einiges für Aktieninvestments in den Schwellenländern. Die Geschichte dieser aufstrebenden Volkswirtschaften sei per se eine Geschichte der Outperformance, meint etwa Hedgefonds-Chef Visser. In den nächsten fünf oder zehn Jahren werden sie sich seiner Ansicht nach daher verstärkt zum Investment anbieten.

Ähnlich sieht es Mark Mobius, bekannter "Schwellenland-Guru", der sich im Alter von 81 Jahren und nach mehr als 30 Jahren bei der Investmentgesellschaft Franklin Templeton in Kürze aus dem aktiven Geschäft zurückziehen wird. Er erwartet, dass der MSCI Emerging Markets Index im laufenden Jahr sogar noch seinen bisherigen Höchststand von 1338 Punkten aus dem Jahr 2007 übertreffen wird. Bis dahin wäre gegenwärtig immerhin noch ein Anstieg um weitere 6 Prozent erforderlich.

1 / 2

Mehr zum Thema