11.02.2019 
Nach Kurssturz bei Wirecard

Wirecard-Aktien kämpfen um 100-Euro-Marke

Wirecard-Werbung auf einer Messe in Köln: Starke Schwankungen der Aktie
REUTERS
Wirecard-Werbung auf einer Messe in Köln: Starke Schwankungen der Aktie

Atempause nach dem Kurssturz: Die Aktien von Wirecard haben sich am Montagmorgen etwas von ihrem Kurssturz auf das tiefste Niveau seit dem Frühjahr 2018 erholt. Zuletzt ging es für die Papiere des Zahlungsabwicklers um 6 Prozent nach oben, die Aktie kletterte trotz starker Schwankungen zuletzt wieder über die Marke von 100 Euro.

Die hohe Volatilität zeige die Nervosität der Anleger, die gespannt auf die nächsten Nachrichten der "Financial Times" oder auf eine Erklärung aus dem Hause Wirecard warten, sagte ein Händler. Die britische Wirtschaftszeitung hatte Fragen nach dem Geschäftsgebaren von Wirecard in Singapur aufgeworfen und hatte zudem mit Betrugsvorwürfen einen Kurssturz der Aktie ausgelöst.

Am Freitag hatten die Aktien von Wirecard auf dem tiefsten Niveau seit April 2018 geschlossen. Dabei hatte es den nächsten Kurseinbruch nach sich gezogen, dass behördliche Untersuchungen in den Büroräumen in Singapur stattfanden. Das Unternehmen hatte in der Vorwoche fortgeschrittene Untersuchungen eingeräumt, aber betont, dass sich schlüssige Feststellungen hinsichtlich eines Fehlverhaltens nicht ergeben haben.

Die runde Marke von 100 Euro blieb nun am Montagmorgen umkämpft. Auf diesem Niveau sind die Aktien derzeit nur noch etwa die Hälfte dessen wert, was sie im September beim Rekordhoch gekostet hatten.

Auslöser der Turbulenzen waren mehrere Artikel der "Financial Times" über angebliche Bilanzfälschungen durch Mitarbeiter des IT-Konzerns in Singapur. Wirecard wies die Vorwürfe zwar bereits in der vergangenen Woche zunächst per Statement und dann in einer rasch anberaumten internationalen Telefonkonferenz entschieden zurück. Zudem geht das Unternehmen inzwischen juristisch gegen die Zeitung vor. Die Aktionäre, die das Wirecard-Papier in ihren Depots liegen haben, dürfte das aber vorerst wenig trösten: Sie müssen einen empfindlichen Verlust verbuchen, von dem keineswegs klar ist, ob er je wieder aufgeholt werden wird.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat unterdessen die Einstufung für Wirecard nach Ermittlungen der Polizei in Singapur bei dem Zahlungsabwickler auf "Buy" mit einem Kursziel von 225 Euro belassen. Eine Einschätzung in dieser Angelegenheit falle schwer angesichts der Komplexität des Falls, schrieb Analyst Sebastien Sztabowicz in einer am Montag vorliegenden Studie. Er hoffe, dass die Ermittlungen in Singapur nun rasch für Klarheit sorgen.

la/dpa

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