25.07.2018  Starkes Halbjahresergebnis

Kampf um Dax-Platz - Wirecard drängt, CoBa bangt

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Aufstrebender Finanz-Technologiedienstleister: Wirecard könnte bald in den Dax aufgenommen werden.
Wirecard
Aufstrebender Finanz-Technologiedienstleister: Wirecard könnte bald in den Dax aufgenommen werden.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München wächst weiter rasant. Mit den am heutigen Mittwoch veröffentlichten Geschäftszahlen unterstrich das Unternehmen seinen Anspruch auf einen Platz im deutschen Leitindex Dax - auch wenn Anleger bei der zuletzt nochmal stark gestiegenen Aktie angesichts der Neuigkeiten am Mittwoch zunächst einmal Gewinne mitnahmen und das Papier mit gut einem Prozent ins Minus schickten.

Wirecard gelang im zweiten Quartal ein Umsatzzuwachs um 40 Prozent auf 477 Millionen Euro, womit das Wachstum allerdings zuletzt leicht nachgelassen hat: Für das erste Halbjahr des Jahres steht damit ein Umsatzplus von 46 Prozent auf 897 Millionen Euro zu Buche. Der operative Gewinn (Ebitda) kletterte von Januar bis Juni um 39 Prozent auf 245,5 Millionen Euro. Im zweiten Quartal betrug das Gewinnplus ebenfalls rund 40 Prozent.

Mit diesen - noch vorläufigen - Zahlen unterstreicht Wirecard seinen Anspruch auf einen Aufstieg in Deutschlands erste Börsenliga. Wie manager-magazin.de bereits berichtet hatte, hat sich das derzeit im TecDax notierte Unternehmen dank der erfreulichen Geschäftsentwicklung und des rasanten Höhenflugs der Aktie zu einem ernsthaften Aspiranten für den Dax entwickelt - zum Leidwesen der Commerzbank, die nach aktuellem Stand der Wackelkandidat ist, dem der Rauswurf aus dem Dax droht.

Kommt es tatsächlich zu diesem Wechsel im Leitindex, so hätte das durchaus symbolischen Wert: Mit der Commerzbank müsste ein Vertreter des traditionellen Bankwesens - noch dazu Dax-Gründungsmitglied - den Index verlassen, während mit Wirecard ein Finanzdienstleister dazu stoßen würde, dessen Geschäftsmodell vollständig auf die moderne, stark technisierte und vernetzte Welt ausgerichtet ist. Wirecard fungiert unter anderem als Intermediär zwischen Kreditkartenfirmen und anderen Unternehmen, die bargeldloses Bezahlen ermöglichen. Zudem bietet Wirecard seine Dienste als Zahlungsabwickler für den Online-Handel an. Das Wachstum des Unternehmens basiert damit auf der Teilhabe an verschiedenen Zukunftstrends.

Die Vergangenheit des Unternehmens spielt indes in einer eher althergebrachten Umgebung: Wirecard zählte in den Anfangsjahren vor allem Firmen aus der Porno- und Gambling-Branche zu seinen Kunden und musste daher lange Zeit gegen ein erhebliches Schmuddel-Image ankämpfen. Erst später kamen seriösere Branchen wie Airlines oder Retailer hinzu - und das Wachstum nahm Fahrt auf.

Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg das Papier von Wirecard um beinahe 3000 Prozent. Allein im laufenden Jahr hat das Unternehmen seinen Aktienkurs bereits mehr als verdoppelt.

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