13.06.2018 
Börsenprofi Markus Zschaber zeigt

Starke Aktie aus oft übersehenem Wachstumsmarkt

Von Markus Zschaber
Visa-Karten
Getty Images
Visa-Karten

Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist eines der Trendthemen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Allein im Zeitraum zwischen 2010 bis 2017 sind die weltweiten bargeldlosen Transaktionen nach Schätzungen um rund 85 Prozent angestiegen gestiegen. Allein bis 2020 soll der heutige Stand nochmals um fast 40 Prozent steigen. Davon machen klassische Überweisungen und Lastschriften einen großen Teil aus. Doch ein immer höherer Anteil am bargeldlosen Zahlungsverkehr wird auch über Kreditkarten abgewickelt.

Markus Zschaber

Allein in Deutschland lag die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten 2016 bei 33,7 Millionen Stück, mit denen im selben Jahr rund 1,08 Milliarden Transaktionen durchgeführt wurden. Die Tendenz ist seit Jahren und auch in Zukunft klar steigend. Die Vorteile einer Kreditkarte sind in Zeiten eines boomenden Onlinehandels und einer immer größer werdenden Tourismusbranche unumstritten, und dieses wird sich auch nicht ändern.

Die Kreditkarten der drei großen Kreditkartengesellschaften Mastercard, Visa und American Express werden überall auf der Welt akzeptiert und bieten im Internet und in fast jedem Land der Welt die Möglichkeit einer schnellen, sicheren und kostengünstigen Versorgung von Bargeld. Das Geschäft mit Kreditkarten teilen die drei großen Gesellschaften fast vollkommen allein unter sich auf. Zwar versuchen neue Anbieter in diesen sehr lukrativen Markt zu drängen, diese haben es jedoch schwer gegen die starke Marktstellung der Platzhirsche. Grund genug, sich eines der großen Kreditkarten-unternehmen einmal genauer anzuschauen.

Das Geschäftsmodell der Kreditkartenunternehmen ist verhältnismäßig einfach zu verstehen. So schließen Händler entweder direkt mit dem Kreditkartenunternehmen oder ihrer Hausbank als Mittelsmann einen Vertrag zur Abwicklung von Zahlungen über Kreditkarten ab. Die Kosten pro Transaktion, meist zwischen 2 und 4 Prozent der Transaktionssumme, trägt der Verkäufer und zahlt diese an das Kreditkarten-unternehmen. Dafür wird ihm garantiert, dass ihm der verbleibende Erlös in jedem Fall gutgeschrieben wird, anders als beim Lastschriftverfahren, wo Lastschriften auf überzogene Konten meistens nicht eingelöst werden.

Die in Kalifornien ansässige Kreditkartengesellschaft Visa ist mit ihren 15.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 18,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017, welches einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von fast 22 Prozent entspricht, das größte Kreditkartenunternehmen der Welt. Die Karten des Unternehmens können in über 200 Ländern weltweit bei rund 46 Millionen Akzeptanzstellen zum Bezahlen oder zum Abheben von Bargeld in der jeweiligen Landeswährung eingesetzt werden.

Welche Marktstellung Visa heute einnimmt und wie groß das Volumen ist, das Visa über seine Karten für seine Kunden weltweit abwickelt, lässt sich an folgenden Fakten sehr gut veranschaulichen. Weltweit sind rund 3,2 Milliarden Kreditkarten aus dem Hause Visa im Umlauf. 2017 wurden insgesamt rund 111 Milliarden Transaktionen von Visa durchgeführt, die einschließlich Barabhebungen ein Volumen von insgesamt 10,2 Billionen US-Dollar hatten. Damit nimmt Visa eine zentrale, nicht mehr weg zu denkende Position im internationalen Zahlungsverkehr ein.

Das aktuelle Wachstum der Kreditkartenbranche ist enorm. So stiegen die durchgeführten Transaktionen im vergangenen Geschäftsjahr um 34 Prozent, im ersten Quartal 2018 um 11 Prozent. Der operative Umsatz stieg im ersten Quartal um 13 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar an, der bereinigte Quartalsgewinn sprang um 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Die Umsatzrentabilität lag somit im ersten Quartal 2018 bei unglaublichen 51 Prozent. Zwar sind hohe Gewinnmargen bei Kreditkartenunternehmen normal, aber zum Vergleich, der größte Konkurrent Mastercard lag im ersten Quartal 2018 bei einer Umsatzrendite von 41,6 Prozent.

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