11.09.2018 
Autobauer in Liquiditätsnot

Tesla-Aktien auf Talfahrt? Das wahre Problem sind die Bonds!

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Durchblick verloren? Mit Eskapaden wie dem Rauchen eines Joints vor laufender Kamera verstört Tesla-Chef-Musk zunehmend die Investoren.
youtube/cnn
Durchblick verloren? Mit Eskapaden wie dem Rauchen eines Joints vor laufender Kamera verstört Tesla-Chef-Musk zunehmend die Investoren.

Unter dem Eindruck schlechter Nachrichten und merkwürdiger Aktivitäten von Firmenchef Elon Musk ist die Aktie des Elektroautobauers Tesla in den vergangenen Wochen um bis zu 30 Prozent in den Keller gerauscht - begleitet von aufmerksamer Medienberichterstattung. Was dabei aber beinahe unbemerkt blieb: Der vermutlich wesentlich besorgniserregendere Kursrutsch vollzog sich am Anleihenmarkt, wo Bonds von Tesla zuletzt binnen weniger Wochen auf Rekordtiefstände sanken.

Eine Anleihe im Volumen von 1,8 Milliarden Dollar etwa, die Tesla im vergangenen Jahr begeben hatte, und die im Jahr 2025 fällig wird, stand noch Anfang August bei einem Kurs von deutlich mehr als 90 Cents. Bis Ende vergangener Woche ging es mit dem Kurs abwärts auf zeitweise weniger als 84 Cents.

Die Verantwortlichen bei Tesla dürften diese Entwicklung mit ziemlicher Sorge verfolgen, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Zum einen zeigt sich darin - wie auch am Aktienmarkt - wie sehr das Vertrauen von Investoren in das Unternehmen und dessen Fähigkeit, in Zukunft insbesondere mit dem neuen Modell, dem Hoffnungsträger Model 3, Gewinne erzielen zu können, schwindet.

Ein Grund für die Skepsis der Anleger sind dabei immer neue Eskapaden von Firmenchef Musk, sei es, dass dieser im Streit mit einem thailändischen Höhlentaucher üble Beleidigungen in die Welt posaunt, sei es, dass er in einem Interview mit der "New York Times" über Stress klagt und von Schlafmittelkonsum berichtet, oder sei es, dass er in einem Podcast in den USA, wie vor einigen Tagen geschehen, öffentlich an einem Joint zieht.

Hinzu kommen "echte" Nachrichten aus dem Hause Tesla, die ebenfalls kaum dazu geeignet sind, die Investoren zu beruhigen. Dazu zählen zum Beispiel die Abgänge mehrerer Top-Führungskräfte in den vergangenen Wochen, darunter ausgerechnet auch der Chefbuchhalter des Konzerns, sowie der zunächst angekündigte Abgang Teslas von der Börse, der später wieder abgeblasen wurde.

All dies zusammengenommen hat bereits die Investoren am Aktienmarkt verschreckt. Dass auch die Akteure am Bondmarkt inzwischen auf Abstand zu Tesla gehen, erscheint für das Unternehmen allerdings noch fataler. Schließlich gelten Bond-Anleger im Vergleich zum Gros der Aktienkäufer im allgemeinen als "smarter". Sie reagieren nicht unbedingt auf jeden Tweet, den ein Firmenchef um die Welt sendet. Entscheiden sie sich jedoch zum Verkauf eines Papiers, so hat sich ihre Meinung meist grundlegend gewandelt.

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