11.04.2018  Zittrige Börsen

Warum Sie jetzt Ihr Aktien-Risiko abbauen sollten

Ein Meinungsmache von Daniel Stelter
DPA

Die Börsen sind angeschlagen und die Notenbanken offensichtlich gescheitert. Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

"Verkauft Aktien - langsam aber sicher" lautete meine Empfehlung an dieser Stelle am 12. Oktober vergangenen Jahres. Obwohl ich weiß, dass solche Aussagen an der Börse besonders gefährlich sind, deuteten einfach zu viele Indikatoren darauf hin, dass sich die Börsenparty in der Endphase befand. Einige Leser kamen denn auch mit

Daniel Stelter

kritischen Anmerkungen auf mich zurück. Vor allem verwiesen sie auf TINA (there is no alternative), also die tiefen Zinsen auf Anleihen und auf TTID (this time it's different), also die unbedingte Bereitschaft der Notenbanken, die Blase an den Finanzmärkten weiter aufzupumpen als notwendige Nebenbedingung des Versuches, die Schuldenberge der Welt erträglich zu halten.

Schauen wir nun nach sechs Monaten auf die Güte meiner damaligen Prognose. Wie zu befürchten, war ich mit meiner Warnung wohl zu früh. Vergleicht man den DAX-Stand von damals (12.982,18 Punkte) mit heute, so stellt man keine große Veränderung fest. Zwischenzeitlich war der Index noch deutlich gestiegen (bis auf 13.559,60 Punkte am 23. Januar). Nicht besser war meine Empfehlung mit Blick auf den S&P 500. Lag dieser vor sechs Monaten bei 2.555,24 Punkten, so weist er noch einen kleinen Gewinn von zwei Prozent aus, nachdem er zwischenzeitlich auf einen neuen Rekordstand von 2.872,87 gestiegen war.

Wer also im Oktober nicht verkauft hat, liegt wieder auf demselben Niveau. Wer mehr Glück mit dem Timing hatte, der konnte zwischenzeitlich auf höherem Niveau verkaufen. Wohl der beste Beweis, dass es mit dem Timing an der Börse so eine Sache ist. Schon Keynes wusste, dass Märkte länger falsch liegen können, als man Geld hat, gegen sie zu wetten.

Die Risiken bleiben

Die Risiken, die ich damals identifizierte, sind allerdings geblieben und es sind sogar noch weitere hinzugekommen:

Ich bleibe dabei: Die Märkte für die meisten Assets sind fast zur Perfektion bepreist. Anhaltende Cashflows, stabiles Wachstum und nachhaltig tiefe Zinsen sind die Voraussetzung, um heutige Preise überhaupt nur ansatzweise rechtfertigen zu können.

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