05.09.2018  Fintech aus Bayern stürmt nach oben

Künftiges Dax-Mitglied - was macht eigentlich Wirecard?

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Firmensitz in Aschheim bei München: Das Fintech-Unternehmen Wirecard wird vermutlich bald im Dax gelistet.
Wirecard
Firmensitz in Aschheim bei München: Das Fintech-Unternehmen Wirecard wird vermutlich bald im Dax gelistet.

Kommt Wirecard in den Dax ? Am kommenden Mittwoch trifft sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse, spät um 22 Uhr soll dann die Entscheidung bekannt gegeben werden. Hinter den Kulissen dürfte die Sache allerdings bereits ausgemacht sein. Der August ist vorbei und damit liegen alle Daten vor, die für die Frage einer Dax-Änderung relevant sind. Den Regeln der Deutschen Börse zufolge gibt es auch keinen Ermessenspielraum - vieles spricht dafür, dass das Fintech-Unternehmen aus dem bayerischen Aschheim, das weltweit 4500 Mitarbeiter beschäftigt und eigenen Angaben zufolge über 34.000 Kunden aus verschiedenen Branchen verfügt, mit Wirkung ab 24. September in Deutschlands erste Börsenliga aufgenommen wird.

Doch was genau macht Wirecard eigentlich?

Deutsche Bank , Commerzbank , dazu die Allianz und die Münchener Rück sowie die Deutsche Börse - bislang befinden sich im Deutschen Leitindex, der die 30 größten hiesigen Konzerne gemessen an der Marktkapitalisierung und dem Handelsumschlag am Aktienmarkt enthält, ausschließlich Finanzunternehmen, die traditionellen, vergleichsweise leicht nachvollziehbaren Geschäften nachgehen.

Mit Wirecard ist das anders. Wer sich auf der Website des Unternehmens ein Bild machen will, wird schnell Schwierigkeiten bekommen. Da ist die Rede von einer Multi-Channel Payment Gateway, von integrierten Risiko- und Fraud-Management-Systemen, von Issuing-Lösungen, von einer POS-Terminal-Infrastruktur und vielem mehr, das dem durchschnittlichen Betrachter zunächst wenig sagen dürfte.

Willkommen in der Welt der Fintechs. Allgemein verständlich lassen sich die Geschäfte von Wirecard vielleicht am besten so beschreiben: Das Unternehmen ist ein Finanzdienstleister, dessen Geschäftsmodell vollständig auf die moderne, stark technisierte und vernetzte Welt ausgerichtet ist. Wirecard fungiert unter anderem als Intermediär zwischen Kreditkartenfirmen und anderen Unternehmen, die bargeldloses Bezahlen ermöglichen. Zudem bietet Wirecard seine Dienste als Zahlungsabwickler für den Online-Handel an.

Das Wachstum des bislang im TecDax notierten Unternehmens basiert damit auf der Teilhabe an verschiedenen Zukunftstrends. Und obwohl Wirecard vor allem im Geschäft mit Firmenkunden agiert, kommen viele Menschen regelmäßig mit den Produkten und Dienstleistungen des Hauses in Berührung, und das, ohne es in der Regel zu bemerken. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn jemand als Kunde an der Supermarktkasse mit EC- oder Kreditkarte bezahlt, wenn per App ein Taxi bestellt wird, oder wenn im Onlineshop ein Buch oder ein paar Schuhe bestellt werden. In vielen dieser Fälle laufen die erforderlichen Zahlungsströme durch die Systeme von Wirecard, bevor sie beim eigentlichen Empfänger ankommen.

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