06.07.2018  Halbjahresbilanz

Die besten Investments 2018 - bislang

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Händler an der Rohstoffbörse in Chicago: Die Rohstoffpreise stellten 2018 andere Assetklassen bislang in den Schatten.
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Händler an der Rohstoffbörse in Chicago: Die Rohstoffpreise stellten 2018 andere Assetklassen bislang in den Schatten.

Halbjahres-Zwischenbilanz: Die beste Performance lieferte 2018 bislang ein Nischen-Investment - und das hat auch noch eine unangenehme Nebenwirkung.

Nachdem 2018 zur Hälfte vorüber ist, lohnt ein Blick auf die Finanzmärkte aus der Vogelperspektive: Welche Assetklasse läuft eigentlich bislang besonders gut?

So viel steht fest: Aktien sind es nicht. Vor allem unter dem Einfluss des Handelskonfliktes zwischen den USA und anderen Ländern bewegten sich die wichtigen Indizes in den USA und Europa in den ersten sechs Monaten des Jahres unter starken Schwankungen bestenfalls seitwärts. Besonders unerfreulich war die Performance der Börsen in den Schwellenländern, denen zusätzlich die Zinspolitik der US-Notenbank Fed sowie der stärkere Dollar zusetzt. Die Aktienkurse in China beispielsweise gaben 2018 bislang um 15 Prozent nach.

Einziger Lichtblick: Papiere aus dem Technologiesektor. In den USA etwa marschieren die großen Tech-Konzerne wie Amazon, Apple oder Microsoft auch an der Börse weiterhin vorneweg. Hierzulande legte die Top-Software-Aktie SAP im Dax im ersten Halbjahr um etwa 5 Prozent zu, womit das Papier zu den besten Performern in dem ansonsten schwachen Index gehörte. Weitere IT-Werte mit starker Wertentwicklung gab es in der zweiten Reihe, als da wären zum Beispiel: Scout24 und Rocket Internet (jeweils plus 32 Prozent) , Zalando (plus 8 Prozent) sowie nicht zu vergessen die Finanztechnologie-Firma Wirecard, die nach dem erneuten Kurssprung um mehr als 50 Prozent inzwischen womöglich sogar auf dem Weg aus dem TecDax direkt in den Dax ist.

Insgesamt jedoch steht der Aktienmarkt 2018 nicht an erster Stelle im Performance-Vergleich, ebenso wenig wie beispielsweise Immobilien, wo der Boom der vergangenen Jahre allmählich an Schwung verliert, oder das ein wenig ins Abseits zu geraten scheinende Gold. Trotz einiger geopolitischer Spannungen und internationaler Konflikte gab das Edelmetall, das von vielen nach wie vor als "sicherer Hafen" bezeichnet wird, in diesem Jahr bislang um etwa 4 Prozent im Preis nach.

Ein anderer Sektor dagegen, von dem das zuvor nicht unbedingt zu erwarten war, stellte den Rest des Kapitalmarktes in der ersten Hälfte des Jahres geradezu in den Schatten: Es handelt sich um Rohstoffe. Der Rohstoffindex S&P GSCI etwa, der 24 verschiedene Handelsgüter umfasst, vom Erdöl und anderen Energieträgern über verschiedene Metalle bis hin zu Baumwolle, Kakao und lebendigen Rindviechern, legte seit Anfang Januar um etwa 10 Prozent zu - da kann kaum ein anderer Anlagebereich mithalten.

Hintergrund der starken Preisentwicklung dürfte die vielerorts brummende Wirtschaft sein, die die Nachfrage nach Rohstoffen in den vergangenen Monaten angekurbelt hat. Besonders großes Gewicht im Index hat zudem wegen der universellen Bedeutung des Erdöls der Ölpreis - und der legte 2018 bisher auch besonders stark zu. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI beispielsweise wird gegenwärtig zu rund 73 US-Dollar gehandelt - das sind etwa 20 Prozent mehr als noch zu Beginn des Jahres.

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