26.02.2018  Börsenprofi Markus Zschaber erklärt

Aktie. Fielmann.

Von Markus Zschaber
picture alliance / Malte Christians

Die Strategie bezahlbarer und qualitativ zufriedenstellender Brillen geht auf - Fielmann verkauft mittlerweile jede zweite Brille in Deutschland. Das Geschäftsmodell ist konservativ und wenig schwankungsanfällig. Für mittel- bis langfristig orientierte Anleger könnte Fielmann eine Anlageüberlegung wert sein.

Der deutsche Augenoptiker "Fielmann" ist wohl eines der erfolgreichsten mittelständigen Unternehmen in Deutschland. Kaum jemandem ist die Marke "Fielmann" kein Begriff. Das verwundert nicht, tragen doch rund 23 Millionen Menschen eine Brille des in Hamburg ansässigen Unternehmens. Seit Jahren verfolgt "Fielmann" einen stetigen Wachstumskurs, so dass das Unternehmen 2017 wieder einmal mit einem Rekordergebnis beendet hat, wie das Unternehmen in dieser Woche bekannt machte. Grund genug, sich den Augenoptiker "Fielmann" einmal im Detail anzuschauen.

Markus Zschaber

"Fielmann" ist der größte deutsche Augenoptiker. Jede zweite Brille wird hierzulande von Fielmann verkauft, womit Fielmann unangefochtener Marktführer ist. Nach vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 stieg der Umsatz des Unternehmens um rund 3,9 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Ebenfalls positiv, wenn auch nicht ganz so dynamisch, entwickelte sich der Jahresüberschuss, der um 1,1 Prozent auf 173 Millionen Euro stieg. Vor allem steuerliche Effekte belasteten hier das Ergebnis 2017 überproportional.

Der Brillenabsatz summierte sich im vergangenen Jahr auf 8,11 Millionen Brillen, was einer leichten Steigerung zum Vorjahr entspricht. Damit ist und bleibt Fielmann der unangefochtene Marktführer in Deutschland. Besonders an Fielmann ist vor allem, dass das Unternehmen mit seinen über 720 Verkaufsstellen nicht nur Brillengestelle und Brillengläser verkauft, sondern diese teilweise auch selbst produziert. Die Unternehmensstrategie, mit hauseigenen Brillenkollektionen und hohen Stückzahlen im Einkauf, die Brillen deutlich unterhalb des üblichen Niveaus zu verkaufen, ohne dabei Marge und Qualität maßgeblich zu vernachlässigen, scheint weiterhin sehr gut aufzugehen.

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Mit seinem erfolgreichen Geschäftsmodell plant Fielmann die weitere Expansion. Während man sich vor einigen Jahren vor allem auf Deutschland, Österreich und die Schweiz konzentrierte, die auch heute noch die Kernmärkte bilden, versucht man nun schrittweise den Markteinstieg in Polen und Italien.

Expansion nach Polen und Italien

Bereits 2015 eröffnete Fielmann seine erste Filiale in Norditalien, 2016 folgten zwei weitere Filialen, ebenso weitere Filialen in 2017. Da sich die Geschäftsaktivitäten in Italien weiter sehr positiv entwickeln, plant Fielmann mittelfristig rund 20 Niederlassungen in Norditalien zu betreiben. Dies könnte jedoch nur ein erstes Zwischenziel sein. Denn mit einer konstanten Eigenkapitalquote von rund 75 Prozent, wäre hier ausreichend finanzieller Spielraum, um die Expansion, besonders im Ausland, voranzutreiben.

Die Expansion und der Ausbau bestehender Niederlassungen erscheinen strategisch durchaus sinnvoll. Denn neben einem erfolgreichen Geschäftsmodell ist Fielmann langfristig sicherlich einer der Profiteure des demographischen Wandels. Denn die immer höhere Lebenserwartung und der stetige Alterungsprozess unserer Bevölkerung führen unumgänglich zu einem steigenden Bedarf an Brillen, Kontaktlinsen und Lesehilfen. Als Marktführer im Bereich der Augenoptik der mit einer breiten Produktpalette, von hauseigenen Brillenkollektionen bis hin zum Verkauf von Brillen im höheren Preissegment, alle Kundengruppen bedienen kann, wird Fielmann von diesem Trend unweigerlich profitieren können.

Konservatives Geschäftsmodell, ansehnliche Dividende

Fielmann bietet Anlegern somit viele Gründe für eine Investition. Das hervorragende Geschäftsmodell und die einzigartige Marktpositionierung sind nur zwei Gründe, warum Fielmann sicherlich auch in Zukunft wachsen wird. Als Unternehmen mit einem recht konservativen, schwankungsarmen Geschäftsmodell schüttet Fielmann seinen Aktionären darüber hinaus eine sehr ansehnliche Dividende aus. Auf aktuellem Niveau liegt die Dividendenrendite bei rund 2,70 Prozent.

Für mittel- bis langfristig orientierte Anleger könnte Fielmann sicherlich eine Anlageüberlegung wert sein. Vor allem das aktuelle Kursniveau, welches rund 10 Prozent unter dem Aktienhöchststand liegt, könnte eine günstige Einstiegschance bieten.

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