24.08.2018  Trump prophezeit Börsencrash bei Amtsenthebung

Der Crash bin ich - oder auch nicht

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"I think that if I ever got impeached, the market would crash": US-Präsident Trump glaubt, die Börse zu kennen.
AFP
"I think that if I ever got impeached, the market would crash": US-Präsident Trump glaubt, die Börse zu kennen.

US-Präsident Donald Trump hat für den Fall einer Amtsenthebung einen Crash an der Börse prophezeit. Die Behauptung im Realitätscheck.

"I think that if I ever got impeached, the market would crash." Diese Aussage, die US-Präsident Donald Trump in dieser Woche in einem Interview mit dem US-Sender Fox zum Besten gab, ging um die Welt. Sollte er des Amtes enthoben werden, so Trump, so hätte dies einen veritablen Börsen-Crash zur Folge.

Hintergrund sind die Aussagen von Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen vor einem Gericht in New York in dieser Woche, die den Präsidenten belasten, sowie die Urteile gegen Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort, die den Druck auf Trump ebenfalls erhöhen. Beide Ereignisse haben die Diskussion um ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen den Mann im Weißen Haus in den USA neu angefacht.

Aber ein echter Crash, wäre das wirklich die Reaktion der Finanzmärkte? Oder handelt es sich bei Trumps Ausspruch lediglich um ein weiteres Beispiel für die übliche ebenso vollmundige wie realitätsferne Rhetorik des Präsidenten, mit der er regelmäßig seine Fans erfreut und seine Kritiker verstört?

Tatsächlich würden die Finanzmärkte vermutlich durchaus in Unruhe geraten, sollte in den USA ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten beginnen. Aber ein Crash? Das klingt doch eher verwegen.

Wer sich das Verhältnis zwischen Trump und der Börse in der Vergangenheit anschaut, erhält zunächst kein einheitliches Bild. Auf der einen Seite mögen die Märkte den Präsidenten. Das wurde bereits unmittelbar nach Trumps Wahl Ende 2016 offenbar. Seinerzeit hatten verschiedene Auguren ebenfalls einen Crash vorhergesagt, allerdings damals für den Fall, dass Trump das Amt des US-Präsidenten erlangen sollte.

Es kam bekanntlich anders: Der Wahlsieg des Republikaners verlieh den Aktienkursen Auftrieb, monatelang ging es an der Wall Street und anderswo nach oben.

Auch mit seiner Steuerreform hat Trump die Investoren erfreut. Anfang dieses Jahres traten die Entlastungen für die US-Unternehmen in Kraft - seither haben die US-Aktienindizes unterm Strich weiter Boden gut gemacht.

Eine Folge: In dieser Woche passierte die Hausse an der Wall Street einen Meilenstein, sie ist nun die längste der Geschichte. Als Kurstreiber wirken dabei unter anderem Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe, die den Konzernen vor allem dank der Entlastungen durch Trumps Steuerreform möglich sind.

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