06.04.2018 
Deutsche-Bank-Aktie im Keller

Drei Gefahren für die Deutsche Bank

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Schwache Marktstellung, schwache Erträge und schwache Führung: Die Aktie der Deutschen Bank kommt seit Jahren nicht aus dem Keller
REUTERS
Schwache Marktstellung, schwache Erträge und schwache Führung: Die Aktie der Deutschen Bank kommt seit Jahren nicht aus dem Keller

Die Deutsche Bank steckt seit Jahren in der Krise, doch jetzt spitzt sich die Lage erneut zu. Das Rumoren im Management ist nicht mehr zu überhören - Leidtragende sind einmal mehr die Aktionäre.

Jetzt also auch noch Garth Ritchie. Seit Wochen kommt die Deutsche Bank nicht aus den negativen Schlagzeilen. Am Donnerstag kam die Spekulation über das Schicksal eines weiteren ihrer Topleute hinzu: Investmentbanking-Vorstand Ritchie, seit 22 Jahren bei der Deutschen Bank und einer der wenigen in seiner Sparte, die die Finanzkrise sowie folgende Skandale unbescholten überstanden haben, will das Institut nach Informationen von manager-magazin.de verlassen.

Die meisten Aktionäre der noch immer größten Bank Deutschlands dürften für diese und andere unerfreuliche Neuigkeiten der jüngeren Vergangenheit kaum noch mehr als ein Schulterzucken übrig haben: Gerüchte über einen möglichen Abgang von Bankchef John Cryan? Horrende Boni für Investmentbanker, trotz des dritten Konzernverlustes in Folge? Ein Finanzchef James von Moltke, der mit pessimistischen Äußerungen die Teilnehmer einer Investorenkonferenz schockt? Und ein Aufsichtsratschef Paul Achleitner, der in dieser Situation alles andere als eine gute Figur macht? Was soll's? Der Aktienkurs ist ohnehin seit Jahren im Keller.

Bankvorstand Ritchie
Deutsche Bank
Bankvorstand Ritchie

Lange vorbei sind die Zeiten, als das Deutsche-Bank-Papier bei beinahe 90 Euro notierte. Das war 2007, kurz vor Beginn der Finanzkrise. Seither sieht der Kurschart so aus wie das Profil eines ziemlich schroffen Hochgebirges, das langsam aber sicher ins Flachland übergeht.

Für knapp 11,50 Euro ist die Aktie der Deutschen Bank derzeit zu haben. Das ist nur knapp über dem Niveau aus dem Herbst 2016, als Investoren den Kollaps des Instituts befürchteten und die Aktie ins Bodenlose schickten.

Die Gründe für die nicht enden wollende Misere des Unternehmens, das trotz allem nach wie vor als Deutschlands Branchenprimus bezeichnet werden kann, lassen sich in drei Punkten zusammenfassen: Schwache Marktstellung, schwache Erträge und schwache Führung.

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