07.09.2018 
Vor allem Indexfonds betroffen

Börse mischt Dax und Co durch - was Anleger wissen müssen

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Die Kursliste im Blick: Ende September ändern sich die Indexzugehörigkeiten vieler Aktien.
DPA
Die Kursliste im Blick: Ende September ändern sich die Indexzugehörigkeiten vieler Aktien.

Ende September ordnet die Deutsche Börse ihre Aktienindizes zum Großteil neu. Viele Privatanleger sollten dabei einiges beachten.

Es ist eigentlich ein Routinetermin: Vierteljährlich beugen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Aktienindizes der Deutschen Börse über die Daten zum Geschehen am Aktienmarkt und entscheiden über Aufsteiger und Absteiger in Dax , MDax und Co.

Dieses Mal jedoch steht eine größere Veränderung bevor: Schon vor Monaten haben die Verantwortlichen der Börse beschlossen, die Zusammensetzung ihrer Indizes grundlegend zu reformieren. Dies wird nun am 24. September in die Tat umgesetzt.

Was genau passiert dann? Jahrelang gab es in der Indexwelt der Deutschen Börse eine klare Grenze zwischen dem TecDax , in dem Unternehmen aus dem Technologiesektor zusammengefasst sind, und den restlichen Indizes, die Aktiengesellschaften aus allen möglichen Branchen enthalten. Diese Trennung wird nun aufgehoben. Das heißt: Künftig ist es möglich, dass TecDax-Firmen zugleich im Dax, MDax oder SDax enthalten sein können, und umgekehrt. Um das realisieren zu können, hat die Börse eigens eine Vergrößerung des MDax von bislang 50 auf 60 Werte sowie des SDax von 50 auf 70 Werte beschlossen.

Was das praktisch bedeutet, steht seit dieser Woche fest, denn am Mittwoch hat die Deutsche Börse sämtliche Veränderungen, die ab dem 24. September wirksam werden sollen, per Pressemitteilung sowie Auflistung aller künftigen Indizes veröffentlicht. Demnach befinden sich in Zukunft beispielsweise 13 Unternehmen, die bislang ausschließlich im TecDax waren, zugleich auch im Mittelwerteindex MDax, darunter etwa Qiagen , Siemens Healthineers , Freenet sowie die Software AG . Umgekehrt werden auch drei Tech- und IT-Konzerne aus dem Bluechip-Index Dax gleichzeitig in den TecDax aufgenommen, nämlich SAP , Infineon sowie die Deutsche Telekom .

Die Frage ist nun: Was bedeutet all dies für private Anleger? Wie können oder sollten sie möglicherweise auf die Umstellungen reagieren, wenn sie beispielsweise selbst Aktien besitzen oder per Fonds am Aktienmarkt beteiligt sind?

Nach Ansicht von Ralph Rickassel, Vermögensbetreuer bei der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, muss zunächst nach dem Anlegertyp unterschieden werden. Wer bevorzugt in aktiv gemanagte Fonds investiere, den werde die neue Regelung nicht berühren, so Rickassel. Der Grund: "Die Fondsmanager kaufen eher selten einen gesamten Index, sondern primär einzelne Titel, die sie für aussichtsreich halten."

Das bestätigt Michael Muders, der selbst als Fondsmanager bei Union Investment tätig ist. "Für uns als Portfoliomanager spielen die Index-Umstellungen keine wesentliche Rolle", so Muders. "Gerade bei Fonds, die sich auf kleinere Werte aus den Bereichen MDax und SDax fokussieren, ist die Indexzugehörigkeit bei der Titelselektion kein Kriterium, denn in diesen Portfolios richten wir uns in der Investmententscheidung nicht nach Benchmarks." Viel wichtiger seien andere Aspekte, so Muders, wie zum Beispiel die Qualität der Bilanz eines Unternehmens, die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und die Bewertung einer Aktie.

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