07.11.2018 
Börse

Dax und Dow Jones legen nach US-Wahl zu

Midterm-Erfolg: Die Demokratin Nancy Pelosi dürfte im Repräsentantenhaus wieder "Majority Leader" werden
REUTERS
Midterm-Erfolg: Die Demokratin Nancy Pelosi dürfte im Repräsentantenhaus wieder "Majority Leader" werden

Die Demokraten haben wieder die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus, die Republikaner verteidigen die Mehrheit im Senat. Obwohl Börsianer nun schon um die Steuerreform Trumps fürchten, legen Dax und Dow Jones zunächst zu. Die FMC-Aktie startet eine Kursrally.

Niederlage für Trump, Gewinne an den deutschen Börsen: Nach den US-Kongresswahlen ist es am deutschen Aktienmarkt zunächst deutlich nach oben gegangen. Der Dax legte am Mittwoch um bis zu 1,2 Prozent zu und kletterte über die Marke von 11.600 Punkten, gab nach Handelsbeginn an der Wall Street einen Teil seiner Gewinne jedoch wieder ab. Auch MDax und TecDax legten zu. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Fresenius Medical Care und von Konzernmutter Fresenius mit Kurssprüngen zwischen 9 und 3 Prozent.

Für die Republikaner von Präsident Donald Trump zeichnet sich eine Niederlage im Repräsentantenhaus ab. Die Demokraten nahmen ihnen die Mehrheit ab. Allerdings dürften die Republikaner den Prognosen zufolge die Kontrolle über die zweite Kammer, den Senat, wohl ausbauen. Die Spaltung im Kongress dürfte es für Trump schwieriger machen, seine politische Agenda umzusetzen. "Der Dollar gibt deswegen etwas nach, denn weitere Steuersenkungen erscheinen nun unwahrscheinlicher", sagte Analyst David Madden von CMC Markets.

Dollar gibt nach US-Wahlen nach, Dow Jones startet im Plus

Der US-Dollar ist am Mittwoch nach vorläufigen Ergebnissen der amerikanischen Kongresswahl unter Druck geraten. Im Gegenzug profitierten viele andere Währungen, darunter der Euro . Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1450 Dollar und damit knapp einen halben Cent mehr als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1428 Dollar festgesetzt.

An der Wall Street sind die wichtigsten Indizes am Mittwoch unterdessen mit Gewinnen in den Handel gestartet. Sowohl Dow Jones als auch Nasdaq Stock Market legten im frühen Handel um knapp 1 Prozent zu. Zwar hindert die neue Mehrheit im US-Repräsentantenhaus Donald Trump daran, seine Wall-Street-freundliche Politik widerstandslos durchzusetzen. Andererseits haben die Republikaner im Senat wie erwartet ihre Mehrheit verteidigt.

"Alles wie erwartet", konstatierte Chefanalyst Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank. Unsicherheit und enttäuschte Erwartungen von Investoren wären "Gift für die Stimmung an den Aktienbörsen" gewesen. Somit bedeute das Wahlergebnis erst einmal Entspannung.

Das zeigt sich auch am Anleihemarkt: Die Renditen zehnjähriger US-Papiere, die am Dienstag stark unter Druck gekommen waren, haben sich mittlerweile auf das Ausgangsniveau von rund 3,20 Prozent erholt. Hatten sich Investoren am Vortag also noch in sichere Anleihen gerettet, so haben sie diese nun wieder verkauft.

Fresenius Medical Care profitiert von abgelehntem Gesetzentwurf in USA

Die Aktien von Fresenius Medical Care haben am Mittwoch deutlich von einem in Kalifornien abgelehnten Gesetzesentwurf über Dialysekliniken profitiert. Sie stiegen im frühen Handel um 5,1 Prozent auf 72,52 Euro. "Gesundheit hat Vorrang", titelte Bernstein-Analystin Lisa Bedell Clive in einer ersten Reaktion, nachdem bekannt wurde, dass der Gesetzesentwurf Prop 8 abgelehnt wurde. Die Wähler in Kalifornien hatten zu den Zwischenwahlen am Vortag auch über Prop 8 abstimmen dürfen und diesen Entwurf mit fast 62 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Wäre es anders gelaufen, hätte dies zu Kürzungen der Dienstleistungen für Dialysepatienten geführt. Zudem wären mehr Dialysekliniken gezwungen gewesen, zu schließen

Bilanzsaison im Dax: Adidas, BMW und Munich Re mit Zahlen

Bei den Aktienanlegern in Europa steht auch die laufende Bilanzsaison im Rampenlicht. Unter anderem lassen sich Münchener Rück, BMW und Adidas in die Bücher schauen. In Washington beginnt zudem der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed mit seinen Zinsberatungen. Das Ergebnis wird erst am Donnerstagabend (MEZ) erwartet. Überwiegend rechnen Anleger nicht mit einer Zinsänderung.

Asiens Börsen geben frühe Gewinne wieder ab

Die asiatischen Börsen drehten nach anfänglichen Gewinnen im späten Handel zurück ins Minus. Der Nikkei-Index verlor 0,5 Prozent auf 22.044 Zähler, der Shanghai-Composite gab 0,6 Prozent nach.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit


Nebenwerte: Xing steigert Umsatz auf 170 Millionen Euro

Das Hamburger Jobnetzwerk Xing hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten dank Übernahmen und neuer Mitglieder um 26 Prozent auf 170 Millionen Euro erhöht. Seit Jahresbeginn meldeten sich 1,4 Millionen neue Kunden bei dem LinkedIn-Konkurrenten an. Inzwischen kommt Xing auf 15 Millionen Mitglieder. Das Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte in den ersten neun Monaten um 17 Prozent auf 53,3 Millionen Euro.

Das Berliner Medienhaus Axel Springer hat nach einer guten Entwicklung seines Digitalgeschäfts im dritten Quartal seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. Es wird nun für das bereinigte Ergebnis je Aktie mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. In den ersten neun Monaten steigerte der "Bild"-Herausgeber das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 14,4 Prozent auf 541 Millionen Euro.

Euro etwas höher

Der Euro legte gegenüber dem Dollar leicht zu. Am Devisenmarkt in Fernost geriet der Dollar etwas unter Druck. Der Euro legte 0,3 Prozent auf 1,1464 Dollar zu. Zur japanischen Währung verlor die US-Währung leicht auf 113,22 Yen. Mit einem gespaltenen Kongress werde es für Trump schwieriger, weitere Steuersenkungen durchzusetzen, erklärte Devisenexpertin Kathy Lien vom Vermögensverwalter BK Asset Management. Das sei "negativ für den US-Dollar".

mit dpa und Reuters

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