12.10.2018 
Bitterer Ausklang einer düsteren Börsenwoche

Dax fällt auf niedrigsten Stand seit Februar 2017

Kurs-Anzeigetafel an der Frankfurter Börse
AFP
Kurs-Anzeigetafel an der Frankfurter Börse

Nach einer leichten Erholung ging dem deutschen Leitindex zum Schluss doch noch die Puste aus: Nach den hohen Verlusten im Verlauf dieser Woche fiel der Dax zu Börsenschluss um 0,2 Prozent auf 11.517, 63 Zähler. Im frühen Handel hatte der Index noch rund 1,5 Prozent zugelegt.

Im Verlauf dieser düsteren Börsenwoche stand damit ein Verlust von mehr als vier Prozent ab. Der Dax ging damit mit tiefsten Stand seit Februar 2017 ins Wochenende. "Die Bären haben die Aktienmärkte weltweit im Griff", sagte Analyst Dirk Friczewsky vom Broker Lynx. Der Mix aus italienischem Schuldendrama, Brexit, Handelskrieg und Zinsanstieg bekomme dem Aktienmarkt einfach nicht.

Auch solide Quartalsberichte der drei US-Großbanken JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup verliehen keinen Rückenwind. Die Aktien der drei Geldhäuser konnten dem Dax aber keinen Anschub geben. Preisdaten aus den USA bewegten weder die Aktien noch die Anleihen stärker.

Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax , rückte am Freitagabend um 0,2 Prozent auf 23.866 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 0,5 Prozent auf 3195,50 Punkte.

Erfreulich verlief der Börsengang der Knorr-Bremse AG. In einem schwierigen Marktumfeld hat der Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge den Gang auf das Börsenparkett gewagt. Die Papiere kosteten zuletzt 81,65 Euro und lagen somit über ihrem Ausgabepreis von 80 Euro.


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Autobranchen-Aktien erholen sich

Erholt zeigten sich die Kurse der Autohersteller BMW , Daimler und Volkswagen sowie der Zulieferer Continental und Infineon . "Die Sektorstimmung ist an ihrem Tiefpunkt angekommen", schrieb Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI in einem Kommentar. Die Branche könne sich zum Jahresende hin wieder stabilisieren.

Auch Analystenkommentare bewegten die Kurse. So stiegen Aktien von Zalando , nachdem die Credit Suisse die Papiere des Online-Modehändlers auf "Outperform" gehoben hatte. Für Siltronic strichen die Experten der Berenberg Bank ihre Verkaufsempfehlung. Die Anteilsscheine des Wafer-Herstellers legten daraufhin bis zum späteren Nachmittag um 4,8 Prozent zu.

Leichter Preisanstieg bei Öl, Euro gibt leicht nach

Am Ölmarkt verteuerte sich die Sorte Brent aus der Nordsee, die zuvor in den Sog der Turbulenzen an den Aktien- und Rentenmärkten geraten war, am Freitag um 0,9 Prozent auf 81,02 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der Euro gab leicht nach, er notierte am Nachmittag mit 1,1568 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1575 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8639 Euro gekostet.

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