15.03.2019 
Börse

Chipwerte stützen Dax, Tesla und Facebook geben nach

Dax bei 11.700 Punkten: Die Erholung geht weiter
DPA
Dax bei 11.700 Punkten: Die Erholung geht weiter

Der Dax steigt am großen Verfallstag an den Terminmärkten zeitweise über die Marke von 11.700 Punkten und auf das höchste Niveau seit mehr als 5 Monaten. Die Aktie von Wirecard setzt dagegen ihren Kursrutsch fort. In den USA sind Chipwerte gefragt, Tesla gerät dagegen unter Druck.

Kursgewinne an der Börse: Nach dem Votum des britischen Parlaments für eine Brexit-Verschiebung zeigt sich der deutsche Aktienmarkt überwiegend freundlich. Neue Hoffnungen auf eine Handelseinigung zwischen den USA und China stützten die Kurse auch in Asien. Der Dax baute bis zum Mittag seine Gewinne auf 0,8 Prozent aus und notierte zeitweise über der Marke von 11.700 Punkten. Am Nachmittag gab er einen Teil seiner Gewinne jedoch wieder ab.

Börsianer rechnen wegen des großen Verfalls an den Terminmärkten, dem so genannten Hexensabbat, mit größeren Kursschwankungen. Zu den Gewinnern im Dax zählten am Freitag Vormittag die Aktien von Covestro , RWE , Eon und Infineon , die jeweils zwischen 1 und 2 Prozent zulegten. Auch die Aktie von BMW baute zuletzt ihre Gewinne aus: Der Autobauer kürzt zwar die Dividende, überraschte aber mit besser als erwarteten Geschäftszahlen.

Wirecard Aktie bricht erneut ein - Gerüchte um Indien-Geschäft

Bei den Einzelwerten stachen Wirecard mit einem Minus von zuletzt 8 Prozent heraus. Strafverfolger nehmen einem Medienbericht zufolge das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier. Wie das "Handelsblatt" berichtete, haben die Behörden in Singapur Untersuchungen zur Indien-Sparte von Wirecard eingeleitet. Das gehe aus Gerichtsdokumenten hervor, heißt es in dem Artikel.

Die Inhalte bezüglich der indischen Transaktion "sind nicht neu und wurden bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt", kommentierte Wirecard den Artikel. "Auch soweit die jetzige Untersuchung in Singapur Transaktionen in Indien betrifft, können wir noch einmal bestätigen, dass die interne Untersuchung alle Vorwürfe entkräftet hat."

Wall Street: Nasdaq klettert weiter, Tesla unter Druck

Spekulationen von Anlegern auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China haben der Wall Street am Freitag Auftrieb gegeben. "An den US-Märkten könnte es neue Rekordstände geben, wenn das Zollproblem mit China gelöst ist", sagte Analyst Randy Frederick vom Brokerhaus Charles Schwab. Auch die mögliche Verschiebung des Brexits sorge für Optimismus bei Investoren. Der Dow Jones legte um 0,1 Prozent auf 25.733 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 2815 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Stock Market gewann 0,7 auf 7300 Punkte.

Broadcom stützt Chipwerte, FB und Tesla unter Druck

Zu den größten Gewinnern gehörten Chiphersteller, nachdem Broadcom mit seinem Gewinn im ersten Quartal und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Aktien des US-Konzerns zogen um 6,3 Prozent an. Die Titel von AMD, Lam Research und Nvidia gewannen zwischen ein und 2,5 Prozent.

Auf Abstand gingen Anleger zu Facebook , nachdem der Produktchef und Vertraute von Firmenboss Mark Zuckerberg, Chris Cox, überraschend zurückgetreten war. Die Titel des Online-Netzwerks gaben zwei Prozent nach.

Aus den Depots flogen auch Aktien von Tesla , sie rutschten um vier Prozent ab. Die Analysten von Loup Ventures rechnen damit, dass Tesla wegen des neuen Elektroautos Model Y in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung braucht. Seit Jahresbeginn haben die Aktien des eAuto-Bauers mehr als 13 Prozent verloren.

Briten wollen EU um Verschiebung des Brexit bitten

Die Abgeordneten in London sprachen sich am Donnerstagabend dafür aus, den eigentlich für den 29. März vorgesehenen Austritt aus der EU um maximal drei Monate zu verschieben. Voraussetzung ist jedoch, dass das Unterhaus bis Mittwoch dem mit der EU ausgehandelten Ausstiegsvertrag zustimmt. Mit der Entscheidung für eine Verschiebung steige der Druck auf die Brexit-Anhänger, Mays Plan zuzustimmen, fassten die Analysten der BayernLB zusammen.

Im SDax kamen die Zahlen von Shop Apotheke gut an, die Aktien legten rund sechs Prozent zu.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax, Dow und andere Indizes in Echtzeit


Ölpreise auf Viermonatshoch

Die Ölpreise haben am Donnerstag weiter zugelegt und sind auf den höchsten Stand seit November gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,79 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 15 Cent auf 58,41 Dollar.

Gestiegen sind die Ölpreise zuletzt vor allem wegen Angebotseinschränkungen. So hat der Ölriese Saudi-Arabien vor, seine Förderung weiterhin wesentlich kleiner zu halten, als dies innerhalb des Ölkartells Opec eigentlich vereinbart ist. Darüber hinaus wird die Rohölproduktion des Krisenlandes Venezuela stark durch den dortigen Energienotstand beeinträchtigt.

mit Nachrichtenagenturen

Mehr zum Thema