13.03.2019 
Börse

US-Börse zieht Dax ins Plus

Die "Fieberkurve" des Dax: Der deutsche Leitindex schwankt um die Marke von 11.500 Punkten
DPA
Die "Fieberkurve" des Dax: Der deutsche Leitindex schwankt um die Marke von 11.500 Punkten

Die Briten haben den Brexit-Vertrag erneut abgelehnt. Der Dax klettert dennoch Richtung 11.600 Punkte. Gewinne an den US-Börsen stützen den deutschen Leitindex.

Die Erholung setzt sich fort: Der Dax hat am Mittwoch die Marke von 11.600 Punkten in den Blick genommen. Den Xetra-Handel (17.30 Uhr) beendete der deutsche Leitindex 0,3 Prozent im Plus bei 11.575 Punkten, nachdem er zeitweise bis auf 11.590 Punkte geklettert war.

Dominierendes Thema an den Börsen bleibt der Brexit, zumal die Abstimmung im britischen Parlament über den nachgebesserten Austrittsvertrag aus der EU am Vorabend mit einem klaren Nein endete. Nun gehen Anleger davon aus, dass sich das britische Parlament am heutigen Mittwochabend auch gegen einen harten Brexit ohne Abkommen entscheiden wird und die EU bitten wird, Großbritannien noch zwei Monate mehr Zeit einzuräumen.

Dow Jones leicht im Plus, Nasdaq legt weiter zu

An den US-Börsen ist es am Mittwoch weiter bergauf gegangen. Auch der Leitindex Dow Jones legte dank der Kursstabilisierung von Boeing diesmal mit zu: Gut eine halbe Stunde nach Handelsbeginn notierte er 0,51 Prozent fester bei 25 685 Punkten und machte damit den kleinen Rücksetzer vom Vortag wieder mehr als wett. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,55 Prozent auf 2806,74 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq Stock Market rückte um 0,8 Prozent auf 7261 Zähler vor.

Amerikanische Konjunkturdaten wurden von den Anlegern positiv aufgenommen. Die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter waren im Januar überraschend gestiegen - Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Dazu fiel der Anstieg bei den Bauausgaben zu Jahresbeginn stärker als erwartet aus. Derweil schwächte sich der Preisauftrieb auf Ebene der Hersteller im Februar weiter ab, was allerdings so auch von Experten prognostiziert worden war

Volkswagen wegen Sparprogramm gefragt, Adidas unter Druck

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Volkswagen Vz. und Fresenius Medical Care mit Gewinnen zwischen 1 und 2 Prozent. Der Autobauer Volkswagen Vz. streicht bei seiner Kernmarke bis zum Jahr 2023 tausende Stellen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass bis dahin "durch Automatisierung von Routinearbeiten etwa 5000 bis 7000 Stellen wegfallen", teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Die Streichungen sollen demnach aufgefangen werden, indem Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht wiederbesetzt werden. Damit verschärft Volkswagen seine bereits angekündigten Sparmaßnahmen. Dadurch hatte die Marke bislang schon mehr als 6000 Stellen abgebaut.

Gewinnmitnahmen dagegen bei Adidas: Adidas verdiente im vergangenen Jahr dank der Fußball-WM und guter Geschäfte in Nordamerika und China glänzend. Für das neue Jahr allerdings stellt sich der Sportartikelhersteller allerdings auf ein etwas langsameres Tempo ein. Die Aktie büßte zuletzt rund 3 Prozent ein.

Wirecard stellt Asien-Manager frei

Wirecard gab am Mittwoch zunächst weiter nach. Am Vorabend hatte der Zahlungsabwickler bekannt gegeben, dass der für Asien verantwortliche Accounting-Manager freigestellt wurde. "Offenbar werten einige Anleger das als Zeichen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist", sagte ein Börsianer. Ein anderer Aktienhändler wies auf einen Bericht der "Financial Times" hin, demzufolge der betroffene Wirecard-Manager als vermisst gelte. Dies dementierte Wirecard-Chef Markus Braun. Man sei mit dem beurlaubten Manager in Kontakt, die Freistellung sei während der Untersuchung der Vorwürfe ein ganz normaler Vorgang.


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Mit Zahlen stehen die beiden Versorger Eon und Innogy im Blick. Eon erreichte die selbst gesteckten Ziele für das vergangene Geschäftsjahr und will seinen Aktionären mehr Dividende zahlen. Zudem kündigte der Konzern eine höhere feste Ausschüttung für 2019 an. Die Papiere reagierten auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich kaum. Auch die Anteile von Innogy zeigten sich vorbörslich wenig verändert. 2018 verhagelte dem Unternehmen das britische Vertriebsgeschäft das Ergebnis. Ein Händler äußerte sich zudem auch etwas enttäuscht zum Ausblick und dem Dividendenvorschlag.

Euro kaum bewegt, britisches Pfund stoppt Verluste

Der Euro hat sich am Mittwoch nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1285 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1275 Dollar festgesetzt.

Das britische Pfund knüpfte am Morgen vorerst nicht an die Kursverluste vom Vortag an. Die erneute Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament am Vorabend war erwartet worden.


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Ölpreise steigen

Die Ölpreise haben am Mittwoch an die Kursgewinne seit dem Wochenbeginn angeknüpft und weiter zugelegt. Im frühen Handel hielten sich die Aufschläge aber in Grenzen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 66,87 US-Dollar. Das waren 20 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 31 Cent auf 57,18 Dollar.

Preistreiber am Ölmarkt bleibt die Entscheidung Saudi-Arabiens, die Fördermenge trotz Kritik durch den US-Präsidenten Donald Trump stärker zu kürzen als zuvor angekündigt. Mit der Maßnahme will das führende Land des Ölkartells Opec die Preise stützen.

mit Nachrichtenagenturen

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