07.03.2019 
Börse

Konjunktursorgen nach EZB-Ankündigung dämpfen Dax

Dax-Kurve an der Frankfurter Börse
DPA
Dax-Kurve an der Frankfurter Börse

Neu aufgeflammte Sorgen um das Wirtschaftswachsum treiben den Dax zu Börsenschluss klar ins Minus. Im Fokus stehen die Papiere der Deutschen Post, Merck und Vonovia. In der zweiten Reihe brechen die Aktien des Medienkonzerns Axel Springer nach einem schwachen Ausblick ein.

Neu aufgeflammte Konjunktursorgen haben das Bild am deutschen Aktienmarkt zum Börsenschluss am Donnerstag merklich getrübt. Zuletzt büßte der deutsche Leitindex Dax 0,60 Prozent auf 11.517,80 Punkte ein. Auch das Eurozonen-Kursbarometer EuroStoxx 50 fiel um knapp 0,7 Prozent.

In Erwartung von weiter sprudelndem Billiggeld in der Eurozone versuchte der Dax zwar erst den erneuten Ausbruch über die zuletzt umkämpfte Marke von 11.600 Punkten. Letztlich aber setzte sich am Markt die Sicht durch, dass eine gesenkte Konjunkturprognose der Europäischen Zentralbank (EZB) nichts Gutes für Aktien bedeutet.

"Auf den ersten Blick mag das alles positiv und kurssteigernd wirken, doch die Anleger sollten die Intention der EZB hinterfragen", warnte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners. Denn diese habe "offensichtlich erhebliche Bauchschmerzen, was die Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone angeht" und rechne wohl mit einer erheblichen Abkühlung.

Die Währungshüter der Eurozone gehen in diesem Jahr von einem wesentlich schwächeren Wirtschaftswachstum aus. Wie ihr Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt sagte, sei im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 1,1 Prozent in der Eurozone zu rechnen. Bisher hatte die Schätzung 1,7 Prozent betragen. Auch ihre Inflationserwartungen senkte die Notenbank deutlich.

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Aus dem Dax standen die Aktien der Deutschen Post , die von Merck und von Vonovia im Blick.

Milliardenschwere Zukäufe im Ausland sowie höhere Mieteinnahmen verhalfen Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia im abgelaufenen Jahr zu deutlichen Gewinnsteigerungen. Die EZB-Zinsaussagen stützten ebenfalls, so dass die Aktie an der Dax-Spitze um knapp 4 Prozent stieg. Im MDax wurden Deutsche Wohnen und LEG mitgezogen und stiegen als Spitzenwerte im Index der mittelgroßen Unternehmen um 2,5 Prozent und 1,7 Prozent.

Für die Deutsche Post-Papiere ging es nach dem bekräftigten Gewinnziel für 2020 um etwas mehr als 2 Prozent nach oben. Die Aktien des Autozulieferers Continental sanken nach der Vorlage endgültiger Zahlen indes um 1 Prozent.

Kaum verändert zeigten sich die Anteile des Pharma- und Spezialchemieunternehmens Merck KGaA nach gemischt aufgenommenen Zahlen. Negative Studien des Bankhauses Lampe zu den beiden Autobauern BMW und Daimler sorgten für Verluste dieser Aktien von 1,3 und 2,3 Prozent.

Um etwas mehr als 6 Prozent abwärts ging es indes für die Papiere des Medienhauses Axel Springer im MDax. Marktexperten monierten vor allem das in Aussicht gestellte geringe Umsatzwachstum für 2019.

Die Papiere von Hugo Boss litten mit minus 4 Prozent unter enttäuschenden Ergebniszielen des Modekonzerns für das laufende Jahr. Die Aktien von Hannover Rück indes zeigten sich nach Zahlen zuletzt zwar ebenfalls sehr schwach, waren zum Handelsauftakt aber noch bei glatt 132 Euro wieder nahe an das zu Monatsbeginn erreichte Rekordhoch herangerückt.

Die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Eurokurs auf den tiefsten Stand seit November geschickt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1230 US-Dollar. Vor den Entscheidungen hatte der Kurs noch über der Marke von 1,13 Dollar notiert. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,1271 (Mittwoch: 1,1305) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8872 (0,8846) Euro.

mit dpa-afx/rtr

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