25.09.2018 
Milliardenfusion unter Goldproduzenten

Warum Barrick und Randgold einen Goldriesen schmieden

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Arbeiten von Barrick Gold in der Dominikanischen Republik: Mit Randgold verstärken sich die Kanadier in Afrika.
REUTERS
Arbeiten von Barrick Gold in der Dominikanischen Republik: Mit Randgold verstärken sich die Kanadier in Afrika.

Die Akteure an der Börse haben sich offenbar bereits entschieden: Sie finden den Deal gut. Die Aktie des Goldproduzenten Randgold Ressources notiert an der Londoner Börse am Montag mehr als 6 Prozent über dem Vortageskurs. Und auch die Papiere des kanadischen Minenkonzerns Barrick Gold springen schon vor Eröffnung des Handels in Toronto um mehr als 4 Prozent in die Höhe.

Die Transaktion, die für diese Kursbewegungen sorgt, ist der Zusammenschluss beider Unternehmen, den Barrick sowie Randgold am heutigen Montag bekannt gegeben haben. Geplant ist, dass Randgold-Aktionäre gut sechs Barrick-Aktien für jedes Randgold-Papier erhalten sollen. Am so entstehenden Goldminenriesen werden die Barrick-Eigner dann letztlich etwa zwei Drittel der Anteile besitzen, jene von Randgold etwa ein Drittel.

Das Ergebnis wird ein neuer Konzern mit einem Marktwert von 18,3 Milliarden Dollar, so Randgold. Zum Vergleich: Das aktuell wertvollste Goldminen-Unternehmen ist die amerikanische Newmont Mining Corporation mit einer Marktkapitalisierung von rund 17 Milliarden Dollar.

Ein echter Paukenschlag in der Branche der Goldproduzenten also. Allerdings eine Fusion, die wohl auch aus der Not geboren ist. Seit 2011 befindet sich der Goldpreis auf Talfahrt, und seitdem stehen auch die Minenunternehmen unter Druck. Viele von ihnen mussten ihre Produktion zurückfahren und Stellen abbauen. Bei Barrick Gold etwa ging der Output auf 5,3 Millionen Goldunzen im Jahr 2017 zurück. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor waren es noch acht Millionen Unzen, berichtet Bloomberg. Randgold produziert demnach gegenwärtig etwa 1,3 Millionen Unzen Gold pro Jahr.

Zwar halfen niedrige Energiepreise lange Zeit, den Kostendruck für die Firmen zu mindern. Inzwischen hat aber auch der Ölpreis bei etwa 80 Dollar je Barrel wieder ein stattliches Niveau erreicht - das wird sich demnächst in den Ergebnissen der Goldfirmen niederschlagen, sagt ein Branchenkenner.

Wie es um die Goldproduzenten steht, lassen auch deren Aktienkurse erkennen: Das Barrick-Papier notierte 2011 nahe 50 kanadischen Dollar - inzwischen ist es für 13,50 Kanada-Dollar zu haben. Das ist ein Minus, dass jenes des Goldpreises noch deutlich in den Schatten stellt. Auch mit den Aktien von Randgold ging es in den vergangenen Monaten rasant abwärts.

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