26.09.2018 
Barrick-Randgold-Deal weckt Spekulationen

Milliardenfusion treibt Goldminen-Aktien in die Höhe

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Glänzendes Produkt, sinkender Preis: Goldproduzenten wie Barrick Gold hatte in den vergangenen Jahren zu kämpfen.
dpa
Glänzendes Produkt, sinkender Preis: Goldproduzenten wie Barrick Gold hatte in den vergangenen Jahren zu kämpfen.

Seit 2011 fällt der Goldpreis, und seither stehen auch die Aktienkurse der meisten Goldminenfirmen weltweit unter Druck. Viele Unternehmen sind durch die Marktentwicklung in Schwierigkeiten geraten, mussten ihre Produktion drosseln und Kapazitäten sowie Stellen abbauen. Allein in diesem Jahr, so die "Financial Times", haben die Aktienkurse in der Branche bereits um 23 Prozent nachgegeben.

Die am Montag angekündigte Fusion des kanadischen Minenkonzerns Barrick Gold mit dem auf der Kanal-Insel Jersey ansässigen Konkurrenten Randgold Ressources, der vor allem in Afrika tätig ist, hat Investoren nun allerdings offenbar neue Hoffnung gemacht. An der Börse jedenfalls legten die Aktien zahlreicher Minenfirmen in Folge des Deals signifikant zu: Die Papiere von Goldfields etwa stiegen am Dienstag um 5 Prozent, jene von Sibanye sowie von AngloGold Ashanti um jeweils 3 Prozent. Zudem verzeichneten auch die Anteilsscheine einiger kleinerer Branchenvertreter Kursgewinne, wie die "FT" beobachtet hat.

Die Transaktion, so zitiert die "FT" Analysten der Royal Bank of Canada, könne die Übernahmeaktivitäten in der Goldminenindustrie in Gang bringen. Dadurch sei letztlich auch ein Turnaround bei den Goldminenaktien denkbar.

Tatsächlich wurde bereits am Montag spekuliert, ob womöglich als nächstes der bisherige Branchenprimus Newmont Mining aus den USA nach Barrick Gold greifen werde. Zwar ist eine größere Konsolidierung in der Branche bislang kaum in Gang gekommen. Doch das könnte sich künftig ändern: Übernahmen und Zusammenschlüsse gelten in der Goldminenindustrie als probates Mittel, um noch Unternehmenswachstum zu erzeugen. Die Erschließung neuer Goldvorkommen als Alternative wird dagegen angesichts immer höherer Kosten zunehmend unattraktiv.

Angesichts des Barrick-Randgold-Zusammenschlusses können sich zudem kleinere Minenfirmen Hoffnungen auf attraktive Zukaufoptionen machen. Randgold-CEO Mark Bristow, der seit Jahren erfolgreich an der Spitze seines Unternehmens steht und auch die neue Barrick Gruppe leiten wird, sagte am Montag, das Unternehmen wolle sich auch künftig auf erstklassige Minen konzentrieren. Abbaugebiete dagegen, die nicht zu diesem Kerngeschäft zählten, sollten abgestoßen werden, so Bristow.

Wie attraktiv der Zusammenschluss für Barrick und Randgold sein kann, zeigt zudem eine Präsentation, die Randgold anlässlich der Transaktion erstellt hat, und die manager magazin online vorliegt. Demnach schwingt sich die neue Barrick Gruppe zum unumstrittenen Marktführer unter den Goldminenfirmen auf, mit Top-Werten in verschiedenen branchentypischen Kennzahlenvergleichen.

So verfügt die neue Barrick der Präsentation zufolge künftig etwa - gemessen an den Ergebnissen 2017 - über den höchsten Gewinn, die höchste Gewinnmarge sowie die niedrigsten Cash-Kosten der weltweit führenden Minenkonzerne. Zudem besitzt Barrick den höchsten Unternehmenswert sowie die profitabelste Produktion, deutlich vor Wettbewerbern wie Newmont, Goldcorp, Newcrest oder Agnico. Und: Fünf der zehn besten Goldminen der Welt befinden sich in Zukunft im Besitz von Barrick Gold/Randgold.

Was Investoren ebenfalls erfreuen wird: Randgold-Chef Bristow will für mindestens fünf Jahre an der Spitze des Unternehmens stehen. Das sagte Bristow Analysten zufolge, als er die geplante Transaktion am Montag auf dem Branchentreffen "Denver Gold Forum" in den USA erläuterte. Nicht wenige Anleger hätten sich bereits gefragt, wie lange der angesehene Randgold-Chef wohl an Bord bleiben werde, heißt es in einer Einschätzung der kanadischen Investmentbank Canaccord.

Auch Goldfonds-Manager und Branchenkenner Martin Siegel hatte am Montag gegenüber manager-magazin.de bereits gemutmaßt, die Top-Leute im Randgold-Management - allen voran also Bristow - seien womöglich das wichtigste Asset, auf das es Barrick bei dem M&A-Deal abgesehen habe.

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