30.11.2018 
Nach Kursrutsch bei VW, Daimler und BMW

Autoaktien - günstig, aber auch riskant

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Elektroauto-Modelle von Volkswagen: Gelingt den Konzernen der Übergang in eine Zukunft mit alternativen Antrieben?
Volkswagen
Elektroauto-Modelle von Volkswagen: Gelingt den Konzernen der Übergang in eine Zukunft mit alternativen Antrieben?

Nach starken Kursverlusten locken Aktien von Autoherstellern wie Daimler, BMW und VW mit günstigen Bewertungen und hohen Dividendenrenditen. Doch wer zugreift, spielt Vabanque.

Diskussion um Autozölle, Stellenabbau bei General Motors (GM) , neue Pläne für die elektro-mobile Zukunft - die Autoindustrie sorgt zurzeit für viele Schlagzeilen. Das führt auch am Aktienmarkt zu Bewegungen: Das Papier von GM etwa legte nach der Veröffentlichung des geplanten Jobabbaus kräftig zu. Mit den Aktien hiesiger Hersteller dagegen ging es in den vergangenen Tagen abwärts, als die alte Spekulation um mögliche Zölle der USA auf Autoimporte aus der EU neu aufflammte.

Ohnehin entwickelten sich die Aktien der deutschen Autobauer in den vergangenen Monaten nicht sehr erfreulich. Die Papiere von BMW und Volkswagen liegen auf Zwölf-Monats-Sicht mit beinahe 15 Prozent im Minus, bei Daimler beträgt der Kursverlust sogar fast 30 Prozent.

Weil die Konzerne ungeachtet des eingetrübten Ausblicks bislang noch vergleichsweise ordentlich verdienen, hat das eine einfache Folge: Sie erscheinen an der Börse nun vergleichsweise günstig bewertet. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Daimler beispielsweise einer Übersicht der DZ Bank aus dieser Woche zufolge momentan bei lediglich 6,1. Bei Volkswagen und BMW sind die Werte mit 5,7 und 5,9 sogar noch niedriger.

Zum Vergleich: Der Leitindex Dax insgesamt wird momentan mit einem KGV von gut 12 gehandelt. Im langjährigen Durchschnitt liegt der Wert für den Index ebenfalls im deutlich zweistelligen Bereich. Auch im Vergleich zu ihrer US-Konkurrenz erscheinen die hiesigen Autohersteller zudem aktuell günstiger. Und: Die niedrigen Kurse bringen beispielsweise bei Daimler und BMW ansehnliche Dividendenrenditen von 5 Prozent und mehr mit sich.

Die Problemfelder der Autoindustrie

Stellt sich also die Frage, ob sich der Einstieg nach den vergangenen Kursverlusten bereits wieder lohnt. Verschiedene Analysten sind offenbar dieser Meinung: Einer Übersicht der Website Finanzen.net zufolge gibt es aktuell bei allen drei deutschen Autobauern mehr Kauf- als Verkaufsempfehlungen von Seiten der Experten in Banken und Investmenthäusern. Besonders optimistisch sind die Analysten in Bezug auf Volkswagen: Bei den Aktien hat der Ratschlag, zuzugreifen, eine sehr deutliche Mehrheit hinter sich.

Volkswagen stünden wie allen Autobauern angesichts des technologischen Branchenwandels erhebliche Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bevor, begründet beispielsweise Analystin Dorothee Cresswell von Barclays Capital ihre zuversichtliche Einschätzung. Mit den vom neuen Chef Herbert Diess geplanten Effizienzmaßnahmen sollte VW diese Herausforderungen aber meistern, so Cresswell.

Auch die Deutsche Bank hob vor gut einer Woche den Daumen: Der Autobauer aus Wolfsburg habe die Gewinnerwartungen für 2020 angehoben, und das in einer Zeit, in der die Konkurrenz ihre Profitziele gesenkt hätte. Das sei sehr positiv, so Analyst Tim Rokossa.

Einerseits. Andererseits kommt die Kurschwäche nahezu sämtlicher großer Autohersteller in Deutschland und den USA eben auch nicht von ungefähr. Denn die Konzerne haben gleich an mehreren Fronten schwer zu kämpfen:

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