17.05.2018 
Franklin Templeton setzt auf Krisenland Argentinien

Peso-Krise, IWF-Alarm - Zeit für Hasenstabs nächste Milliardenwette

Von
Protest in Buenos Aires
AFP
Protest in Buenos Aires

Solche Wetten sind nach Michael Hasenstabs Geschmack. Der Anleihenguru der Fondsgesellschaft Franklin Templeton hat sich darauf spezialisiert, große Summen in Länder zu investieren, wo andere Anleger fliehen. Diese Investments garniert Hasenstab dann mit starken Ansagen, wie überzeugt er von dem Land sei.

Jetzt ist gerade Argentinien dran. "Die derzeitige Regierung zeigt weiterhin unglaubliche Entschlossenheit und Geschick darin, eine fast zusammengebrochene Wirtschaft wiederzubeleben", schwärmt Hasenstab. Fehler seien zwar in den vergangenen Monaten gemacht worden, "wichtig ist, dass sie erkannt und berichtigt wurden".

Wie die "Financial Times" (kostenpflichtig) berichtet, haben Hasenstabs Fonds am Dienstag für mehr als zwei Milliarden Dollar neue argentinische Staatsanleihen in der Landeswährung Peso gekauft. Franklin Templeton ist demnach jetzt die größte Gläubigerin Argentiniens, vor der zum Allianz-Konzern gehörenden Pimco. Dem Bericht zufolge hat die Regierung sogar auf Wunsch der Fondsgesellschaft mehr Schuldscheine verkauft als ursprünglich geplant.

Finanzminister Luis Caputo, früher ein Manager der Deutschen Bank, kann sein Glück kaum fassen: "Man kann kaum ein besseres Zeichen des Vertrauens von den Märkten bekommen, wenn man festverzinsliche Peso-Anleihen an einem der schlechtesten Tage für Schwellenländer in diesem Jahr platziert."

Tatsächlich eskaliert die Krise besonders in Argentinien. Caputo verhandelt derzeit mit dem Internationalen Währungsfonds über einen Hilfskredit von bis zu 30 Milliarden Dollar. An diesem Freitag soll der IWF darüber beraten - was in Argentinien böse Erinnerungen weckt.

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