20.04.2018 
Börsianer in Sorge

Wie der Ölpreis die Aktienkurse wanken lässt

Von
Ölförderung in den USA: Steigen die Rohstoffpreise, steigt die Inflation, steigen die Zinsen - so zumindest die Sorge an den Börsen.
AFP
Ölförderung in den USA: Steigen die Rohstoffpreise, steigt die Inflation, steigen die Zinsen - so zumindest die Sorge an den Börsen.

Steigende Rohstoffpreise verunsichern seit Tagen die Börsianer. Die Sorge: Eine anziehende Inflation könnte Zinssteigerungen nebst Kursverlusten zur Folge haben. Ob es so kommt, entscheiden unter anderem die Scheichs von Saudi-Arabien. 

Ein Nickelpreis, der an einem einzigen Tag um fast 10 Prozent steigt, ein Aluminiumpreis, mit dem es binnen zwei Wochen um 36 Prozent nach oben geht, und ein Ölpreis auf dem höchsten Niveau seit dreieinhalb Jahren - an der Börse richten die Investoren zurzeit besonders besorgte Blicke auf den Rohstoffmarkt.

Der Grund ist klar: Ohnehin befindet sich der Aktienmarkt in Turbulenzen. Zunächst sorgte der Handelsstreit der USA mit Europa und China für Kursverluste. Seit Ende März schien sich die Lage diesbezüglich zwar etwas beruhigt zu haben. Nicht wenige Beobachter erwarten jedoch an den Börsen in den nächsten Monaten weitere Unruhe, vor allem, weil die Konjunktur zuletzt unerfreuliche Signale aussandte.

Die Nachrichten vom Rohstoffhandel kommen also zur Unzeit. Steigende Rohstoffpreise wecken die Erwartung, dass die Inflation anziehen kann. Das wiederum könnte die Notenbanken zu einer strikteren Geldpolitik bewegen - ein Szenario, das kein Börsianer gerne mag.

Bislang hielten sich die Preissteigerungen sowohl in der Euro-Zone als auch in den USA in Grenzen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wie auch die US-Notenbank Fed hatten daher ausreichend Spielraum für eine vergleichsweise großzügige Zinspolitik - zur Freude der Aktienanleger.

Die EZB etwa hält nach derzeitigem Stand noch mindestens bis zum September 2018 daran fest, monatlich Anleihen im Volumen von 30 Milliarden Euro zu erwerben. Danach soll das Wertpapierkaufprogramm womöglich zurückgefahren werden, aber keinesfalls abrupt, sondern eher mit Bedacht. Einen ersten Zinsschritt nach oben stellte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann vor Kurzem für Mitte 2019 in Aussicht.

In den USA hat die Fed ihren Leitzins angesichts einer robust laufenden Konjunktur in den vergangenen Jahren zwar bereits mehrere Male erhöht. Allerdings geschah das ebenfalls vergleichsweise vorsichtig und zurückhaltend.

1 | 2

Mehr zum Thema