09.03.2018  Korrektur am Aktienmarkt

Warum die Börse jetzt wieder optimistisch stimmt

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Aktienhändler an der Wall Street: Turbulenzen zum Einstieg nutzen.
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Aktienhändler an der Wall Street: Turbulenzen zum Einstieg nutzen.

Nach dem heftigen Auf und Ab der vergangenen Wochen lautet an der Börse die Frage: Was kommt da noch? Diese Woche brachte einige wichtige Hinweise.

Es waren die heftigsten Turbulenzen, die die Börse seit vielen Monaten, wenn nicht seit Jahren gesehen hat: Ende Januar rutschte der deutsche Leitindex Dax binnen weniger Tage um rund 11 Prozent ab. Mit dem breiten US-Index S&P 500, seit bereits knapp neun Jahren im ununterbrochenen Aufwärtsmodus, ging es zeitgleich ähnlich steil nach unten. Seither holpert es am Aktienmarkt, und viele Investoren dürften sich fragen: War es das bereits mit der Kurskorrektur, oder stehen noch weitere Verluste bevor?

Einige gute Hinweise zur Beantwortung dieser Frage lieferte die Börse in dieser Woche, und die können Anleger durchaus optimistisch stimmen. Gleich drei Mal erhielt der Aktienmarkt in den vergangenen Tagen einen möglichen Anlass, erneut abzurutschen - doch er tat es nicht. Stattdessen legten die Aktienkurse unbeirrt zu, sodass in der Wochenbilanz ein Plus von etwa 3 Prozent zu Buche steht. Wie es scheint, hat die Börse ihre Stabilität vorerst zurückgewonnen:

Ein weiteres Indiz dafür, dass an der Börse nach der Korrektur Ende Januar das Schlimmste womöglich schon überstanden ist, findet sich beim sogenannten Angstbarometer, dem Volatilitätsindex VDax. Dieser war auf dem Höhepunkt der Turbulenzen bereits kurzzeitig auf ein Niveau von 40 Punkten in die Höhe geschnellt, was gemeinhin als hochgradige Verunsicherung unter den Anlegern interpretiert werden kann, und was langfristig betrachtet nur äußerst selten vorkommt.

Inzwischen jedoch hat sich die Lage auch beim VDax wieder beruhigt: Der Index notiert aktuell bei knapp 18 Punkten.

Gut möglich also, dass die Optimisten am Markt recht behalten, die nun wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken. "Für den mittelfristigen Ausblick sind vor allem die Fundamentaldaten wie das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne als Treiber für die Marktentwicklung relevant", sagt etwa Ingrid Szeiler, Chefanlegerin der Raiffeisen KAG. "Diese sind unverändert positiv, weshalb wir an unserer positiven Einschätzung von Aktien festhalten."

Christoph Rottwilm auf Twitter

Ähnlich sieht es Hendrik Leber, Chef des Anlagehauses Acatis. Auch er hat sich durch die Kursturbulenzen nicht nervös machen lassen, wie er kürzlich in einem Interview verriet. Im Gegenteil: "Die hohe Volatilität ist eine Chance, zumal der Kurssturz durch risikobasierte Computerprogramme beschleunigt wurde", so Leber. "Da diese Programme einzig auf Kursbewegungen reagieren und nicht auf Fundamentaldaten, bot die Korrektur eine gute Gelegenheit, günstig bewertete Aktien nachzukaufen."

Eine Gelegenheit, über die womöglich auch Privatanleger nachdenken sollten.

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