12.10.2017  Kaufrausch an der Börse

Dax knackt Rekordmarke von 13.000 Punkten

Rekord: Der Dax hat am Donnerstag die Marke von 13.000 Punkten geknackt
REUTERS
Rekord: Der Dax hat am Donnerstag die Marke von 13.000 Punkten geknackt

Börsenfieber: Der Dax hat die Marke von 13.000 Punkten geknackt und damit ein neues Rekordniveau erreicht. Die Rekordjagd an der Wall Street sorgt für Schwung. Lufthansa legt nach der Übernahme von Air Berlin deutlich zu.

Dax-Rekord: Die weltweite Börsenrally hat am Donnerstag auch den Dax im Handelsverlauf über die runde Marke von 13.000 Punkten getrieben. Der Leitindex legte dank der Gewinne in den USA zeitweise 0,2 Prozent zu und notierte im Handelsverlauf bei 13.002 Zählern. Das war das höchste Niveau in der Geschichte des Index. In den vergangenen Tagen war der Dax jeweils knapp an der runden Marke gescheitert, am Donnerstag war es kurz nach Handelsbeginn an den US-Börsen aber dann soweit.

Der nötige Schwung kam wieder einmal aus den USA. An der Wall Street hatte der Dow Jones bereits am Vortag ein weiteres Rekordhoch erklommen und der Nikkei-Index in Tokio war auf den höchsten Stand seit 1996 geklettert. Im frühen US-Handel notierte der Dow Jones zuletzt 0,1 Prozent im Plus bei 22.875 Zählern.

Anschließend setzten jedoch Gewinnmitnahmen im Dax ein. Der Dax beendete den Xetra-Handel knapp unter der Marke von 13.000 Punkten. Lediglich die Aktien von Lufthansa , Deutsche Börse, Eon , RWE und Vonovia konnten nennenswerte Gewinne verteidigen.

Viele Beobachter sehen das gestiegene Kursniveau im Dax durch die gestiegenen Firmengewinne gerechtfertigt. Doch trotz der jüngsten Kursrally gibt es auch kritische Stimmen, die vor einem nahenden Kursrutsch an den Börsen warnen und zu Verkäufen raten.

Euro auf Dreiwochenhoch, Dow setzt Rekordjagd fort

Die Stimmung an den europäischen Börsen wurde gedämpft durch den Konflikt zwischen der spanischen Zentralregierung und den Separatisten in Katalonien sowie durch einen anziehenden Euro, der die Absatzchancen der Exportunternehmen auf dem Weltmarkt verringert. Die Gemeinschaftswährung zog zeitweise um 0,2 Prozent auf ein Dreiwochenhoch von 1,1880 Dollar an.

Händler verwiesen auf eine breite Schwächung der US-Währung nach Veröffentlichung der Protokolle der September-Sitzung der US-Notenbank (Fed). Demnach äußerten sich einige Währungshüter besorgt über die niedrige Inflation.

Berichtsaison: Citigroup und JPMorgan steigern Quartalsgewinn

Für neuen Schwung am Aktienmarkt könnte die US-Bilanzsaison sorgen, die im Tagesverlauf Fahrt aufnimmt. Die Finanzinstitute JPMorgan und Citigroup haben jeweils ihre Gewinne klar gesteigert und etwas mehr verdient als erwartet. Am Freitag folgen Bank of America und Wells Fargo. "Die Erwartungshaltung ist hoch und sollte wegen des hohen Kursniveaus der Wall Street besser nicht enttäuscht werden", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Diverse US-Banken hatten bereits im Sommer vor einem mauen Handelsgeschäft gewarnt. Zudem erwarten die Institute einen Anstieg der Darlehensausfälle im Kreditkartengeschäft. Anleger erhoffen sich von den US-Bankbilanzen Rückschlüsse auf das Zahlenwerk der deutschen Geldhäuser. Deutsche Bank und Commerzbank berichten Ende Oktober beziehungsweise Anfang November über ihre Geschäfte im dritten Quartal.

Air-Berlin-Deal: Lufthansa und Air Berlin mit Kurssprung

Die Lufthansa war am Donnerstag der größte Gewinner im Dax. Die Lufthansa übernimmt große Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin . Beide Unternehmen unterzeichnen am Donnerstag einen entsprechenden Kaufvertrag, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag in Berlin ankündigte. Für 12.00 Uhr sei der Notartermin geplant. "In der Tat ist das heute ein großer Tag, den wir in ein paar Stunden mit der Unterschrift besiegeln", sagte Spohr.

Die Aktien beider Unternehmen reagierten mit Kurssprüngen auf die Nachrichten. Der Kurs der Lufthansa legte am Morgen zuletzt rund drei Prozent zu. Für die zuletzt besonders schwer gebeutelten Papiere von Air Berlin ging es um rund 30 Prozent nach oben.

Air Berlin - die nach Lufthansa bisher zweitgrößte deutsche Fluglinie - hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert.

Euro legt weiter zu und notiert klar über 1,18 US-Dollar

Der Euro hat am Donnerstag im frühen Handel an die Gewinne seit Wochenbeginn angeknüpft und zugelegt. Die Gemeinschaftswährung lag am Morgen bei 1,1876 US-Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1830 (Dienstag: 1,1797) Dollar festgesetzt.

Händler verwiesen auf die zaghaften Äußerungen im am Vorabend veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed. Viele Fed-Mitglieder hätten sich besorgt darüber gezeigt, dass die vergleichsweise niedrige Inflation über einen längeren Zeitraum andauern könnte, hieß es dort. Zwar sei eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr weiterhin gerechtfertigt. Allerdings betonten mehrere Währungshüter, dass ihre Entscheidung für noch eine Zinserhöhung von der weiteren Konjunkturentwicklung abhängig sei.

Im Katalonien-Konflikt gerät die separatistische Regionalregierung unterdessen weiter unter Druck. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy stellte ihr am Mittwoch ein Ultimatum bis spätestens Donnerstag kommender Woche. Sollte sie bis dahin nicht auf die Unabhängigkeitsforderung verzichten, droht die Entmachtung.

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mit Nachrichtenagenturen

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