12.10.2017  Ende des Börsenbooms

Verkauft Aktien - langsam, aber sicher

Eine Meinungsmache von Daniel Stelter
Auf der Klippe: An der Börse droht nach 9 Jahren Party ein tiefer Fall. Der Boom ist in der Endphase, die Warnzeichen mehren sich
REUTERS
Auf der Klippe: An der Börse droht nach 9 Jahren Party ein tiefer Fall. Der Boom ist in der Endphase, die Warnzeichen mehren sich

2. Teil: Die Märkte sind teuer - vor allem an der Wall Street

Die Märkte sind teuer

So, wie die Weltwirtschaft an China hängt, so hängen die Weltfinanzmärkte an der Wall Street. Schwer vorstellbar, dass es dort bergab geht, ohne die anderen Märkte mit in den Abgrund zu reißen. Die Flughöhe der US-Börsen ist durchaus hoch.

Median-PE (Price-Earnings, also Kurs-Gewinn-Verhältnis), Shiller-PE, Umsatz-Multiple, Buchwert-Multiple, Cash-Flow-Multiple, Dividendenrendite, Marktkapitalisierung relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und viele weitere Indikatoren deuten auf eine erhebliche Überbewertung der US-Börse hin. Nicht so hoch wie zum Zeitpunkt der historisch größten Überbewertung im Jahr 2000 aber über den Werten von 1929 und 2007.

Wenig verwunderlich, dass anerkannte Value-Investoren - die also auf den Preis beim Kauf achten - erklären, die Börse müsste sich halbieren, um wieder interessant zu werden.

Basierend auf dem Ebitda-Multiple (Ebitda - operative Gewinngröße) sind die Weltaktienmärkte so hoch bewertet wie noch nie.

Relativ gesehen sind Märkte wie Japan, Russland aber auch Westeuropa noch attraktiver, weil günstiger bewertet. Im Zuge einer Korrektur an der Wall Street wird aber gerade der Dax erfahrungsgemäß unter die Räder kommen.

Insgesamt muss man feststellen, dass die Märkte für die meisten Assets fast zur Perfektion bepreist sind. Anhaltende Cashflows, stabiles Wachstum und nachhaltig tiefe Zinsen sind die Voraussetzung, um heutige Preise überhaupt nur ansatzweise rechtfertigen zu können.

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