09.10.2017  Börsenprofi Markus Zschaber erklärt

LVMH - für Kunden die Tasche, für Anleger die Aktie

Von Markus Zschaber
Louis Vuitton in Berlin: Für Konsumenten und Investoren attraktiv
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Louis Vuitton in Berlin: Für Konsumenten und Investoren attraktiv

Die weltweite Zahl an Millionären ist 2016 um 8 Prozent auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Insgesamt können sich nun 16,5 Millionen Menschen offiziell als "Millionär" bezeichnen und besitzen zusammen ein Vermögen von 63,5 Billionen US-Dollar. Doch nicht nur die Reichsten profitieren von einer guten konjunkturellen Ausgangslage, sondern auch das allgemeine Wohlstandsniveau. So stieg das weltweite Geldvermögen im vergangenen Jahr um rund 7,1 Prozent auf 170 Billionen Dollar.

Diese Entwicklung erfreut natürlich auch Luxusgüterhersteller wie den Branchenriesen "Louis Vuitton Moët Hennessy", oftmals auch nur verkürzt als "Louis Vuitton" bezeichnet. Das in Paris ansässige Unternehmen bündelt diverse Luxusmarken unter seinem Dach und hat sich in den letzten Jahren als größter Luxusgüterkonzern der Welt etabliert. Grund genug, sich dieses Unternehmen einmal genauer anzuschauen.

Markus Zschaber

Die Markenpalette von Louis Vuitton ist sehr breit gefächert. Marken wie "Moët & Chandon", "Dom Pérignon", "Christian Dior", "Céline", "Bvlgari", "Hublot" und die Kernmarke "Louis Vuitton", die vor allem für ihre Taschen und Koffer bekannt ist, sind nur eine kleine Auswahl an erstklassigen Luxusmarken, die im Hause LVMH vereint werden.

Seine Aktivitäten bündelt LVMH in fünf große Sparten "Wines & Spirits", "Fashion & Leather Goods", "Perfumes & Cosmetics", "Watches & Jewelry" und "Selective Retailing", in welcher der Konzern eine kleine Auswahl handverlesener Warenhäuser betreibt. Darunter befindet sich unter anderem "Le Bon Marché" in Paris, das renommierteste Warenhaus Frankreichs. Der Gesamtumsatz von LVMH im ersten Halbjahr 2017 belief sich auf 19,7 Milliarden Euro, welches einen operativen Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dabei konnten weltweit alle Regionen überzeugen. Der operative Gewinn des ersten Halbjahres stieg sogar um 23 Prozent auf 3,64 Milliarden Euro. Besonders beeindruckend ist die mit nun 18,5 Prozent sehr hohe operative Marge.

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Gegründet 1854, steht Louis Vuitton seit seiner Gründung für hochwertige Lederwaren, insbesondere Koffer. Auch heute noch bilden "Fashion & Leather Goods" die größte und damit Kernsparte des LVMH-Konzerns mit einem Anteil von rund 35 Prozent am Gesamtumsatz, welches einem Spartenumsatz von rund 6,9 Milliarden Euro entspricht. Insgesamt werden 16 verschiedene Marken innerhalb dieser Sparte geführt. Alle Marken dieser Sparte betreiben weltweit zusammen genommen "nur" 1508 Boutiquen in den besten Lagen der größten Städte. Insgesamt betreibt LVMH weltweit rund 4000 Verkaufsstellen. Weltbekannt sind die verschiedenen Handtaschenkollektionen mit dem markanten "LV"-Logo als Erkennungszeichen. Der Umsatz der Sparte legte im ersten Halbjahr 2017 rund 14 Prozent zu. Das Wachstum wurde vor allem durch die Einführung neuer Modelle und die Eröffnung neuer Präsenzen gerade im asiatischen Raum vorangetrieben. Der Kauf von "Rimowa", einem weiteren Hersteller hochpreisiger Koffer wird in Zukunft das Sortiment von Louis Vuitton perfekt ergänzen.

Der Ausblick, den das Unternehmen zeichnet, stimmt grundsätzlich sehr positiv. Neue Produkteinführungen und die Expansion besonders in den asiatischen Markt sollen nochmals Wachstumsimpulse liefern. Darüber hinaus will Louis Vuitton weiterhin auf ein stringentes Kostenmanagement setzen und Einsparungspotenziale nutzen.

Gerade im Bereich der Luxusartikel ist an Louis Vuitton aufgrund der breiten Markenpräsenz kein vorbeikommen. Louis Vuitton bündelt unter seinem Dach eine ganze Palette an hochwertigen Luxusmarken, von Modemarken über Schmuckhersteller bis hin zu diversen hochpreisigen Getränken. Ein solches Markenportfolio ist weltweit nahezu einzigartig. Durch geschicktes Marketing ist aus Louis Vuitton das Statussymbol schlechthin geworden. Ich teile die Einschätzung des Managements hinsichtlich der weiteren Expansionspotenziale in Asien und sehe die Entscheidung, Investitionen in zukunftsträchtige Regionen weiter voranzutreiben, bei aktuell stabiler konjunktureller Ausgangslage, als sehr vielversprechend an. Eine starke Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von rund 43 Prozent rundet den soliden Eindruck des Unternehmens weiter ab.

Und Louis Vuitton bietet einen weiteren sehr interessanten Aspekt. Da die Kundschaft des LVMH-Konzerns als wenig preissensibel gilt, hat Louis Vuitton auch aufgrund des breiten Markenportfolios die Möglichkeit, mögliche Kostensteigerungen, die beispielsweise aufgrund von Inflation auftreten können, relativ bequem an seine Kunden weiter zu geben und das mit der Akzeptanz der Kunden. Damit sollte das Unternehmen ein Nutznießer leicht steigender Inflationsraten sein.

Die gute wirtschaftliche Situation des Luxuskonzerns ist an der Börse natürlich nicht unbemerkt geblieben. Nach einer Seitwärtsbewegung im Jahr 2016 konnte sich die Aktie aus dieser lösen und auf Sicht eines Jahres einen Wertzuwachs in Höhe von rund 50 Prozent erzielen. LVMH, ein Konzern, der seinen Aktionären auch in Zukunft noch Freude bereiten sollte und auch in den Depots unserer Kunden zu finden ist.

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