06.09.2017  Börse

Goldman Sachs erwartet Comeback von Daimler und Co

Einsteigen bitte: Goldman Sachs sieht bei Daimler eine Einstiegschance
Daimler
Einsteigen bitte: Goldman Sachs sieht bei Daimler eine Einstiegschance

Nach ihren Verlusten am Vortag legen Dow und Nasdaq am Mittwoch wieder zu - das treibt am Nachmittag auch den Dax an. Autowerte zählen erneut zu den großen Gewinnern.

Angetrieben von starken Autoaktien hat der Dax am Mittwoch ins Plus gedreht. Der deutsche Leitindex schüttelte anfängliche Sorgen über den andauernden Nordkorea-Konflikt ab und stieg bis zum Handelsschluss auf Xetra (18.30 Uhr) um 0,7 Prozent auf 12.214 Punkte. Dabei half auch, dass die tonangebende Wall Street nach den deutlichen Vortagesverlusten nun etwas höher in den Handel startete. Der Dow Jones legte im frühen Handel um 0,3 Prozent zu, der Tech-Index Nasdaq Composite gewann 0,1 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Werte machte seine Verluste ebenfalls wett und rückte zuletzt um 0,07 Prozent auf 24.716 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,73 Prozent auf 2324 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es etwas weniger deutlich nach oben.

Goldman sieht Einstiegschance bei Daimler

Hierzulande hatten Autowerte klar die Nase vorn. Im Dax zogen die Aktien von Daimler allen voran um rund 3,5 Prozent auf 64,66 Euro an und profitierten dabei von positiven Analystenkommentaren. So empfahl die US-Investmentbank Goldman Sachs die Anteilsscheine nach den Kursverlusten der vergangenen Monate nun zum Kauf. Goldman-Analyst Stefan Burgstaller sieht nach den Kursverlusten im laufenden Jahr - Daimler zählt bis dato mit minus 12 Prozent zu den 5 größten Verlierern im Dax - eine Einstiegschance gekommen. Der Markt sei unter anderem wegen Diskussionen um den Dieselantrieb zu pessimistisch. Eine mögliche künftige Holding-Struktur könne den Wert des Konzerns für die Aktionäre zudem klarer machen. Burgstaller stockte sein Kursziel leicht auf 81 Euro auf.

Max Warburton von der Investmentbank Bernstein sieht Daimler neben Fiat, PSA, Ford und GM als einen "Turnaround des Jahrzehnts". Eine mögliche Änderung der Konzernstruktur mit einer Abspaltung von Mercedes und der Lkw-Sparte wäre für Vorstandschef Dieter Zetsche das passende Finale, so der Bernstein-Analyst.

Hinter Daimler stiegen die Anteilsscheine des Wettbewerbers BMW und die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) um jeweils gut 2 Prozent. Positiv wirkte zudem nach, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jüngst gegen radikale Brüche bei der Entwicklung umweltfreundlicherer Auto-Antriebe gewandt hatte. Vor diesem Hintergrund waren die Branchenwerte auch europaweit stark gefragt.

Im TecDax schnellten die Aktien der Software AG um gut 4 Prozent in die Höhe. Analysten äußerten sich positiv zu der Nachricht vom Vortag, wonach der Software-Konzern sowie die Maschinenbauer DMG Mori, Dürr und Carl Zeiss in der Vernetzung der Produktion künftig zusammenarbeiten wollen.

Euro nahe 1,20 Dollar - Fed-Vize Stanley Fischer tritt zurück

Im späten Handel baute der Euro seine Gewinne gegenüber dem Dollar deutlich aus. Der Anlass: Der stellvertretende Vorsitzende der US-Notenbank Stanley Fischer hat seinen Rücktritt angekündigt. Er wolle das Direktorium der Notenbank um den 13. Oktober herum verlassen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der Fed. In einem Brief an US-Präsident Donald Trump erklärte Fischer seinen Rücktritt mit persönlichen Gründen.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1932 US-Dollar und ist nicht mehr weit von seinem Zweijahreshoch entfernt. Am Donnerstag entscheidet die EZB über die weitere Zinspolitik: Es wird erwartet, dass EZB-Chef Mario Draghi den Versuch unternehmen wird, den rasanten Höhenflug des Euro zumindest zu bremsen.

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