21.04.2017  Börsenprofi Carsten Mumm erklärt - alles zum Thema Eurokurs

Währungskrieg 3.0 - kann es überhaupt Gewinner geben?

Von Carsten Mumm
REUTERS

3. Teil: So verliefen Währungskriege in der Vergangenheit

Im Jahr 1985 hatten sich die größten Währungsnationen auf konzertierte Interventionen zur Schwächung des Dollar gegenüber der D-Mark und dem Yen geeinigt. Das Abkommen ging als "Plaza-Akkord" in die Geschichte ein und gilt als gelungenes Beispiel für eine konzertierte Aktion der damaligen Währungsmächte. Andere Beispiele wie die Abwertungs-Spekulation gegen das Britische Pfund (1992) oder der beinahe Zusammenbruch des thailändischen Baht (1997) zeigen aber auch, dass Notenbanken nur begrenzt gegen Spekulationswellen ankämpfen können.

In den Folgejahren nach der Plaza-Aktion sank damals das Handelsdefizit der USA mit einigen Ländern Europas sogar leicht, allen voran gegenüber Deutschland. Ähnliches könnte Trump auch diesmal vorschweben, nur eben nicht als gemeinsame Aktion mit den wichtigsten Währungsblöcken, sondern in Form eines nationalen Alleingangs, denn Trump ist nicht gerade für seine Vorliebe für internationale Abkommen bekannt. Er sollte sich hier bewusst sein, dass die Devisenmärkte heute ganz andere Preisfindungsmechanismen und Handelssysteme vorhalten als Mitte der 80er Jahre. Der Eingriff der Schweizer Notenbank zur Schwächung des Frankens scheiterte Anfang 2015 jäh und kostete den Schweizer Steuerzahler Milliarden.

Derzeit herrscht am Devisenmarkt eine Situation, die die Trump-Administration unter Druck bringt, denn Trump kann keinen starken US-Dollar brauchen ("It's killing us"). Will sie wie versprochen Jobs in die USA zurückzuholen, braucht sie einen deutlich schwächeren US-Dollar. Damit amerikanische Exportwaren für Ausländer günstiger werden und ausländische Produkte in den USA teurer angeboten werden.

Um einen Währungskrieg oder Abwertungswettlauf an den Finanzmärkten beginnen zu können, müsste Trump allerdings zunächst die US-Notenbank Federal Reserve als Hüterin des Dollar auf seine Seite ziehen. Ein schwacher Dollar und in der Folge steigende Importpreise würde zudem die Inflation in Amerika anfachen. Dies ist zwar in Maßen gewünscht, deutlich wahrscheinlicher als ein Währungskrieg ist aus Trumps Sicht aber eine Aufkündigung bestehender Handelsabkommen Amerikas mit seinen Handelspartnern.

Mit der Einführung von Strafsteuern gegen ausländische Produkte würde man das Rad der Globalisierung und Abschaffung von Handelshemmnissen in der Tat zurückdrehen. Besonders für Deutschland wären das schlechte Nachrichten, denn runde 50 Prozent unserer Wirtschaftsleistung gehen auf den Export zurück.

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