06.12.2018 
Dieselskandal

81.000 Dieselfahrer schließen sich Klage gegen VW an

Als betrogener Dieselfahrer gegen den Volkswagen-Konzern zu klagen, kann recht kostspielig werden. In einer Musterfeststellungsklage tragen Verbraucherschützer und ADAC das Prozesskostenrisiko
DPA
Als betrogener Dieselfahrer gegen den Volkswagen-Konzern zu klagen, kann recht kostspielig werden. In einer Musterfeststellungsklage tragen Verbraucherschützer und ADAC das Prozesskostenrisiko

Zehntausende VW-Dieselfahrer fühlen sich von dem Konzern über den Tisch gezogen. Mehr als 81.000 beteiligen sich mittlerweile an einer Musterfeststellungsklage gegen den Autobauer. Haben ADAC und Verbraucherschützer Erfolg, könnten die Kunden besser ihre Ansprüche vor Gericht durchsetzen.

Weniger als zwei Wochen seit Eröffnung des Klageregisters für die Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen haben sich bereits mehr als 81.000 Betroffene angemeldet. "Das Interesse, sich an einer Klage gegen VW zu beteiligen, ist also offensichtlich sehr groß", erklärte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, am Donnerstag in Berlin. "Wir rechnen damit, dass die Zahl der Anmeldungen weiter steigt."

Vom Abgasskandal betroffene VW-Kunden können sich seit dem 27. November der Musterfeststellungsklage des vzbv und des ADAC gegen den Autobauer anschließen. Sie müssen sich dazu online beim Bundesamt für Justiz (BfJ) in einem Anmeldeformular ins Klageregister eintragen lassen.

Mit der Musterfeststellungsklage wollen Verbraucherschützer und ADAC geklärt wissen, ob Verbrauchern mit vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeugen der Marken des Wolfsburger Konzerns Schadensersatzansprüche zustehen. Das Gesetz zur Einführung der Musterfeststellungsklage war erst Anfang November in Kraft getreten.

Mit der Klageform können Verbraucher ihre Ansprüche einfacher gegen Unternehmen durchsetzen. Klageberechtigt sind Verbände. Anschließend trifft ein Gericht grundsätzliche Feststellungsziele über mögliche Verfehlungen eines Unternehmens. Die Verbraucher können sich dann darauf berufen, wenn sie hinterher ihre individuellen Ansprüche selbst einklagen.

VW hat die Forderungen zurückgewiesen: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.

rei/afp/dpa

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