28.09.2018 
40 Prozent Ryanair-Flüge in Deutschland betroffen

Ryanair-Piloten in Deutschland drohen mit neuen Streiks

Ryanair-Kabinen-Mitglied: Nicht nur in Deutschland verlangen die Beschäftigten der irischen Fluggesellschaft bessere Arbeitsbedingungen
REUTERS
Ryanair-Kabinen-Mitglied: Nicht nur in Deutschland verlangen die Beschäftigten der irischen Fluggesellschaft bessere Arbeitsbedingungen

Die Ryanair-Piloten drohen dem irischen Billigflieger mit einem anhaltenden Arbeitskampf. "Solange das Unternehmen nicht zumindest mit uns in einen Schlichtungsprozess geht, wird es auch weitere Streiks geben", sagte der Tarifexperte der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Ingolf Schumacher, am Freitag am Frankfurter Flughafen. "Wenn es sein muss, dann muss es weitere Streiks geben." Die Piloten hätten keine andere Lösung. "Wir wollen den Wandel des Unternehmens."

Der erneute Streik der Flugbegleiter und Piloten trifft den Billigflieger am Freitag zumindest in Deutschland stärker als angekündigt. Nach einer Flugplan-Auswertung des Portals "Airliners.de" hat die irische Fluggesellschaft bis zum Freitagvormittag 133 Verbindungen von und nach Deutschland gestrichen. Das wären knapp 40 Prozent des üblichen Angebots.

Neben den Ryanair-Piloten aus Deutschland streikt derzeit auch das Kabinenpersonal europaweit in sechs Ländern. Der Billigflieger rechnet damit, dass europaweit rund 250 von 2400 Flügen ausfallen.

Das irische Unternehmen liegt seit Monaten im Clinch mit Gewerkschaften und musste bisher bereits mehrere Streiks verkraften. Die Arbeitnehmervertreter fordern nicht nur mehr Geld, sondern vor allem auch bessere Arbeitsbedingungen - so etwa Lohnfortzahlung oder Regeln zu Versetzungen.

Kritiker werfen Ryanair vor, Mitarbeiter in den einzelnen Ländern oft nicht mit lokalen Verträgen auszustatten und nationales Arbeitsrecht nicht anzuwenden. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi plant größere Kundgebungen des Kabinenpersonals in Frankfurt und in Berlin-Schönefeld. Zur Aktion am Hauptstadtflughafen werden auch Verdi-Chef Frank Bsirske und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet.

rei/Reuters

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