17.05.2018 
Staatsanwälte nehmen Ermittlungen auf

Bei P&R fehlen eine Million Container - Verdacht auf Betrug

Von
Eine Million Container futsch: Bei P&R beginnt die Suche nach dem verlorenen Geld.
REUTERS
Eine Million Container futsch: Bei P&R beginnt die Suche nach dem verlorenen Geld.

Bei der insolventen Kapitalanlagegruppe P&R aus München werden offenbar die schlimmsten Befürchtungen wahr: Wie die Insolvenzverwalter der verschiedenen P&R-Firmen mitteilen, klafft im Containerbestand des Unternehmens eine gewaltige Lücke. 1,6 Millionen Container müssten eigentlich vorhanden sein, so viele hat P&R im Laufe der Jahre an Anleger verkauft, so die Insolvenzverwalter von der Kanzlei Jaffé in einer Mitteilung vom heutigen Donnerstag. Tatsächlich vorhanden sind den Angaben zufolge jedoch lediglich rund 600.000 Container.

Im Klartext heißt das: Bei P&R fehlen etwa eine Million Container. Sie wurden an Investoren verkauft, aber es gibt sie gar nicht. Die Staatsanwaltschaft München nimmt dies zum Anlass, gegen die Verantwortlichen von P&R ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Betrug aufzunehmen, wie die Behörde ebenfalls am Donnerstag mitteilte.

In der Konsequenz dürfte das bedeuten, dass von den etwa 3,5 Milliarden Euro, die die rund 54.000 betroffenen Anleger bei P&R investiert haben, etwa 2,5 Milliarden Euro verloren sind. Das vermutet auch der Rosenheimer Fondsanalyst Stefan Loipfinger, der sich intensiv mit dem Fall P&R beschäftigt. "Es wird nun deutlich, was schon lange befürchtet wurde", sagt Loipfinger zu manager magazin online. "Der Fall P&R ist damit endgültig der größte Anlageskandal, den es bisher gab, und offensichtlich handelt es sich auch um einen Riesenbetrug."

Besonders bemerkenswert: Wie aus den Angaben der Insolvenzverwalter sowie der Staatsanwaltschaft hervorgeht, waren Spekulationen um die Validität des P&R-Geschäftsmodells, die seit Jahren im Markt und unter Beobachtern kursieren, offenbar seit Langem berechtigt. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge zieht sich die Schieflage der P&R-Gruppe, während derer die immer größer werdende Lücke im Containerbestand entstand, bereits seit 2007 hin.

1 | 2

Mehr zum Thema