26.09.2018 
Gespräche mit Investoren geplant

NordLB startet nächste Runde beim Stellenabbau

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Nord LB in Hannover
Ruediger Damke/ddp images
Nord LB in Hannover

Die kriselnde NordLB baut weiter Stellen ab und bereitet sich auf Gespräche mit möglichen Investoren vor. Rückstellungen für den Jobabbau und schwache Geschäfte werden der Bank im laufenden Jahr einen Verlust einbrocken, teilt das Institut mit.

Thomas Bürkle
DPA
Thomas Bürkle

Erst Anfang dieses Monats demonstrierten gut 100 Beschäftigte der Landesbank Nord/LB in Hannover für den Erhalt ihrer Jobs und gegen den Einstieg eines privaten Investors. Doch Bank-Chef Thomas Bürkle treibt beides weiter voran.

Wie die Bank am Mittwoch mitteilt, will sie Stabsfunktionen abbauen und das interne Kreditgeschäft neu ordnen. Damit sollen 430 weitere Stellen bis zum Ende des Jahres 2020 wegfallen. Bereits durch die Fusion mit der früheren Bremer Landesbank war der Abbau von 420 Jobs vor allem an den Standorten Bremen und Oldenburg beschlossen worden.

Insgesamt sollen bis Ende 2020 rund 1250 der gut 6000 Stellen wegfallen. Nach früheren Angaben sollen laut Bürkle die Kosten bis zu diesem Zeipunkt um bis zu 200 Millionen Euro jährlich sinken.

Beim Personalabbau setzt die Bank vor allem auf Vorruhestands- und Abfindungsregelungen, um - wie mit der Arbeitnehmervertretung vereinbart - betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Notwendige Rückstellungen dafür werden das Ergebnis belasten und zusammen mit negativen Markteinflüssen zu einem Jahresverlust im Gesamtjahr führen, heißt es in der Mitteilung. Über die Höhe des möglichen Verlustes machte die Bank keine Angaben.

"Mit unserem Transformationsprogramm One Bank stellen wir die Bank effizient und zukunftssicher auf. Hierbei fallen zunächst Aufwendungen an, die sich mittel- und langfristig jedoch auszahlen werden", zeigte sich Bürkle überzeugt.

J.P. Morgan und Houlihan Lokey beraten bei Investorengesprächen

Die Landesbank hat sich mit Schiffskrediten mächtig verhoben, viele davon sind notleidend. Das Volumen dieser Problemkredite betrug zuletzt noch 7,7 Milliarden Euro. Die Nord LB muss deshalb ihre schwache Kapitaldecke aufpolstern. Der Einstieg von Finanzinvestoren aber auch die Beteiligung eines strategischen Investors gelten als Option. Für künftige Sondierungsgespräche, in denen die Bank die möglichen Bedingungen eines solchen Einstiegs ausloten will, hat die Nord LB nun Berater der Investmentbanken J.P. Morgan und Houlihan Lokey angeheuert.

Nach Informationen des "Handelsblatt" sollen mögliche Bieter schon in der zweiten Oktober-Woche Angebote einreichen. Neben Landesbanken gelten als Interessent an der Nord LB der Finanzinvestor Cerberus beziehungsweise deren Wettbewerber Lonestar und Apollo. Cerberus ist bereits an diversen deutschen Geldinstituten beteiligt. Ob und wie sich diese Beteiligungen womöglich zusammenfügen lassen, gilt als offene Frage.

Haupteigentümer der Nord LB sind das Land Niedersachsen (rund 60 Prozent) und die Sparkassen (rund 25 Prozent). Ihnen gelten Finanzinvestoren nicht gerade als erste Wahl. Zum einen, weil der NordLB die Sparkasse Braunschweig gehört und ein Finanzinvestor als Miteigentümer einer Sparkasse im öffentlich-rechtlichen Lager abgelehnt wird. Zum anderen müsste mit einem Einstieg ebenso wie bei der HSH aufwändig geklärt werden, ob und wie der Finanzinvestor dem öffentlich-rechtlichen Einlagensicherungsfonds beitreten kann. Das dürfen normalerweise nur Geldhäuser, die sich voll und ganz im öffentlich-rechtlichen Besitz befinden. Insofern wundert es nicht, dass zuletzt auch die Landesbanken Helaba und LBBW als mögliche Interessenten für die Nord LB ins Spiel gebracht wurden.

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