29.08.2018  Möglicher "Short-Squeeze" am Goldmarkt

Spekulanten drohen ungewollt eine Goldpreis-Rallye zu starten

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Begehrtes Edelmetall: Der Goldpreis befindet sich auf Talfahrt - Spekulanten erwarten, dass es noch weiter abwärts geht.
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Begehrtes Edelmetall: Der Goldpreis befindet sich auf Talfahrt - Spekulanten erwarten, dass es noch weiter abwärts geht.

Gold-Anleger haben seit Monaten wenig Freude an ihrem Investment, der Preis des Edelmetalls sinkt und sinkt. Experten zufolge könnte sich das jedoch in Kürze beinahe dramatisch ändern. Denn Spekulanten haben gigantische sogenannte Short-Positionen auf Gold aufgebaut. Sollten diese Wetten nicht aufgehen, könnte es am Goldmarkt zu einem sogenannten Short-Squeeze kommen. Dann würde es mit dem Goldpreis demnächst womöglich rasant aufwärtsgehen.

Daten der US-Börsenaufsicht CFTC zufolge, aus denen auch die Commerzbank in einem Marktreport zitiert, stiegen die Short-Positionen der spekulativen Anleger am Goldmarkt im August auf das höchste Niveau, das bisher beobachtet wurde. Allein gegenüber Ende Juni habe sich der Umfang der Short-Wetten verdoppelt, so die Commerzbank. Inzwischen sei sogar der seltene Fall eingetreten, dass die Short-Positionen der Investoren den Umfang der Long-Positionen weit übersteigen.

Dass spekulative Finanzanleger "netto-short" sind, sei ohnehin ungewöhnlich, schreibt dazu die Bank. Das aktuelle Niveau sei darüber hinaus "beispiellos".

Im Klartext heißt das: Am Goldmarkt gibt es auch nach den Rückschlägen der vergangenen Monate derzeit immer noch sehr viele Player, die mit einem weiter fallenden Preis rechnen. Diese Akteure sind nicht nur von der Fortsetzung der Talfahrt überzeugt, sondern sie haben auch viel Geld auf diese Erwartung gesetzt. Laut Commerzbank haben diese Investoren die Preisbaisse durch ihre Positionierung sogar noch zusätzlich beschleunigt.


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Das Problem derart umfangreicher Short-Positionen ist jedoch: Damit sie aufgehen, muss sich das Kalkül der Spekulanten erfüllen, der Goldpreis muss also tatsächlich weiter fallen. Nur in dem Fall können die Leerverkäufer ihre offenen Positionen am Markt zum erhofften günstigen Preis schließen und das beabsichtigte Geschäft erfolgreich beenden.

Liegen die Shortseller dagegen mit ihrer Erwartung falsch, so droht ihnen Ungemach: In dem Fall steigt der Goldpreis wider Erwarten, und die Spekulanten, die trotz allem gezwungen sind, Gold zu erwerben, um ihre offenen Positionen zu schließen, tragen mit ihren Käufen noch zusätzlich zum Anstieg bei. Das kann insbesondere bei so umfangreichen Short-Positionen, wie es sie gegenwärtig am Goldmarkt gibt, in eine dramatische Entwicklung münden, die im Fachjargon "Short-Squeeze" genannt wird. Die Folge wäre ein rasantes Ansteigen des Preises.

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