27.08.2018  Edelmetall unter Preisdruck

Fünf Mythen über Gold - entzaubert

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Geheimnisvoller Glanz: Gold ist von vielen Mythen umrankt - die meisten haben mit der Realität nicht viel zu tun.
DPA
Geheimnisvoller Glanz: Gold ist von vielen Mythen umrankt - die meisten haben mit der Realität nicht viel zu tun.

Der Goldpreis dürfte vielen Investoren in diesem Jahr Rätsel aufgeben: Die Konjunktur zeigt vielerorts erste Zeichen der Schwäche, die Weltpolitik sorgt für viel Unruhe an den Finanzmärkten, selbst an den Aktienmärkten geht es turbulent zu. Es gibt also jede Menge Gründe, die nach gängiger Sicht für einen steigenden Goldpreis sprechen. Aber das Edelmetall verteuert sich nicht. Im Gegenteil: Seit Monaten wird es immer günstiger.

Tatsächlich ist immer häufiger zu beobachten, dass weit verbreitete Faustregeln für das Investieren in Gold ihre Gültigkeit offenbar verloren haben (sofern sie überhaupt jemals eine echte Relevanz hatten). Die Finanzinformationsplattform Bloomberg hat fünf derartige Mythen über Gold unter die Lupe genommen - und entzaubert:

1. Mythos: Steigende US-Zinsen schaden dem Goldpreis

Viele Investoren nehmen an, dass der Goldpreis fällt, wenn - insbesondere in den USA - das reale, also inflationsbereinigte Zinsniveau steigt. Der Grund: Andere Anlageformen wie vor allem Anleihen werden dadurch attraktiver, die Opportunitätskosten für das Halten von Gold steigen also.

Diese Überlegung lässt sich in der Realität aber kaum nachweisen. Wie Bloomberg zeigt, gibt es tatsächlich kaum eine negative Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem Zinsniveau in den USA.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Anders ist es allerdings mit dem Verhältnis zwischen Gold und dem US-Dollar. Die Faustregel, dass ein steigender Dollar den Goldpreis fallen lässt, lässt sich anhand von Daten tatsächlich belegen. Der Grund: Gold wird in Dollar gehandelt. Verteuert sich der Greenback, so verteuert sich auch das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollar-Raums - und deren Nachfrage geht zurück.

Auch der aktuelle Goldpreisverfall dürfte in erster Linie auf den stärkeren Dollar, und weniger auf steigende Zinsen in den USA zurückzuführen sein.

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