03.12.2018 
Lukrative Präsenttipps

So schenken Sie mit Rendite-Kick

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Blickfang und Geldanlage: Beim Diamantkauf müssen Interessenten zwischen natürlichen und synthetischen Steinen unterscheiden.
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Blickfang und Geldanlage: Beim Diamantkauf müssen Interessenten zwischen natürlichen und synthetischen Steinen unterscheiden.

Edle Uhren, Goldschmuck, Diamanten - es gibt Weihnachtsgeschenke, die geben gleichzeitig gute Geldanlagen ab. Vor dem Kauf ist allerdings einiges zu beachten.

Ein Blick auf den Kalender zeigt: Es ist bereits höchste Zeit, Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Gesucht sind also einmal mehr allerlei nette Dinge, die hübsch daherkommen, Freude bereiten oder Nutzen stiften. Ein weiterer Aspekt kann als Bonus noch hinzukommen: Die Aussicht auf Rendite.

Tatsächlich gibt es verschiedenen Präsentideen, die auch unter Geldanlagegesichtspunkten ihren Reiz haben. Wer sich mit dem Thema näher auseinandersetzt, gelangt allerdings rasch zu dem Schluss: Die Auswahl an Geschenken, die in diesem Zusammenhang ernsthaft in Erwägung gezogen werden können, ist recht begrenzt.

Ein Kunstwerk beispielsweise? Da müsste man schon einen jungen Künstler finden, der jetzt noch erschwinglich ist, der aber in den kommenden Jahren Wertsteigerungen verspricht. Eine solche Auswahl fällt selbst Kunstexperten schwer.

Oder edler Wein? Schwierig. Der Beschenkte möchte den Tropfen ja auch genießen - dann ist aber die Hoffnung auf Wertsteigerungen selbstverständlich dahin.

Was bleibt, sind vor allem Dinge, die glänzen, glitzern und funkeln: Also Uhren, Schmuck, Diamanten und ähnliches.

Dabei ist wiederum zu beachten: Vor allem Chronometer der Marke Patek Philippe sowie bestimmte Modelle von Rolex gelten zwar als vergleichsweise verlässliche Wertanlage. Auch bei diesen Luxusuhren besteht aber das Problem, dass die Nutzung, sprich: das Tragen der Uhr, zur Wertsteigerung nicht eben beiträgt. So oder so sollten sich Käufer zunächst gut informieren. Denn es gibt deutlich mehr Uhren, deren Preis nicht steigt, als solche, die auch wertmäßig performen.

Die nächste Alternative ist der Goldschmuck. Indes, wer Gold in Gestalt der Halskette, des Armreifs oder des Fingerrings verschenkt, hat in Sachen Geldanlage den ersten Fehler schon gemacht. Fachleuten wie Robert Hartmann vom Edelmetallhändler Pro Aurum in München zufolge schlagen Goldschmiede für ihre Arbeit vor dem Verkauf nicht selten 100 Prozent und mehr auf den eigentlichen Materialwert. Mit letzterem kann aber lediglich kalkulieren, wer das Gold später wieder zu Geld machen will. Hartmann rät daher dringend: Wenn Goldgeschenk, dann in Form von Münzen oder Barren.

Nicht unerwähnt bleiben darf an der Stelle zudem, dass sich der Goldpreis seit einiger Zeit gelinde gesagt in einer Schwächephase befindet. Der Preis profitierte zwar in jüngster Zeit von Turbulenzen an der Börse und anderen Unsicherheiten in der Finanzwelt. Ob es mit dem Goldpreis in nächster Zeit wieder dauerhaft aufwärts gehen wird, steht jedoch in den Sternen.

Diamantringe für 99 Euro - aber nicht echt

Große Preissprünge sind indes auch am Diamantmarkt im kommenden Jahr wohl kaum zu erwarten. Nach Angaben von Ulrich Freiesleben von der Handelsplattform Diamondas.com hat sich der Markt in letzter Zeit stabilisiert und bewegt sich momentan eher seitwärts.

Signifikante Preisbewegungen erwartet der Experte in nächster Zeit lediglich bei besonders kleinen Steinen, also im Bereich von 0,05 bis 0,1 Karat. Die Preise dieser Diamanten werden weiter sinken, sagt Freiesleben, denn diese kleinen Steine werden sukzessive durch synthetische Diamanten ersetzt. Deren Produktion ist deutlich kostengünstiger und zudem nahezu unbegrenzt möglich - im Gegensatz zu echten Diamanten, die ja naturgemäß selten zu finden sind und gerade daraus ihren Wert beziehen.

Für diejenigen, die beispielsweise einen Diamantring zu Weihnachten verschenken wollen, hat diese Entwicklung Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite gibt es Ringe mit kleinen Steinen inzwischen bereits in der Preisspanne von 99 bis 199 Euro. Auf der anderen Seite ist jede Hoffnung auf Wertsteigerungen im Bereich der synthetischen Diamanten aber auch vergebens.

Die Wahl zwischen dem natürlichen Diamanten und dem synthetischen ist letztlich ohnehin wohl eine Frage des Bewusstseins: Echte Liebhaber werden wohl eher auf den echten Diamanten setzen - der kostet zwar mehr, kann aber auch im Wert steigen.

Laut Freiesleben ist es unter Geldanlagegesichtspunkten allerdings kaum ratsam, fertigen Diamantschmuck zu kaufen. Günstiger sei der separate Kauf eines Steins bei einem spezialisierten Anbieter nebst Beauftragung des Goldschmiedes der Wahl, sagt er.

Zwar muss auch bei Diamanten vor dem Wiederverkauf der Stein aus dem Schmuck herausgetrennt werden, damit er separat veräußert werden kann. In diesem Fall fällt der Unterschied jedoch nicht so schwer ins Gewicht, sagt Freiesleben. Denn der Wert des Diamanten hat in der Regel den weitaus größten Anteil am Preis eines entsprechenden Schmuckstücks.

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