10.01.2018  Anonyme Umfrage

Auto-Bosse sagen Scheitern des Elektroautos voraus

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BMWs Elektroauto i3s
BMW
BMWs Elektroauto i3s

2. Teil: In welcher Technologie die Automanager-Elite die Zukunft sieht

Große Probleme sehen die Autoren auch für das Stromnetz. "Die öffentliche Debatte unterschlägt die Tatsache, dass zu einer funktionierenden Ladeinfrastruktur mehr gehört als die Zahl der Ladesäulen", heißt es in der Studie.

Am pessimistischsten in Sachen Elektroautos seien ausgerechnet Manager von Energiekonzernen. Sie fürchteten Blackouts durch viele gleichzeitig ladende Batteriefahrzeuge.

Viel erwarten die befragten Manager hingegen von einer anderen, gleichwohl verwandten Technologie: der Brennstoffzelle. Etwa drei Viertel der Industrie-Vertreter rechnen damit, dass Wasserstoffautos die Zukunft gehört.

Offiziell ist die Autobranche überzeugt, dass sich Elektroautos durchsetzen werden. "Wir gehen davon aus, dass die Elektromobilität erfolgreich sein wird, der Hochlauf ist klar erkennbar", sagte ein Sprecher der Verbandes der Automobilindustrie (VDA) gegenüber manager-magazin.de. VDA-Präsident Matthias Wissmann geht davon aus, dass "im Jahr 2025 15 bis 25 Prozent der Pkw-Neuzulassungen einen E-Antrieb haben werden".

Dem Eindruck vom todgeweihten Batterie-Elektroauto widersprach zuletzt auch die weltweite Marktentwicklung. Das abgelaufene Jahr brachte neue Absatzrekorde. Bis einschließlich November wurden 2017 mehr als eine Million Elektroautos (inklusive Plugin-Hybride) verkauft, hat das Fachblog "EV Sales" ermittelt. Im Gesamtjahr 2016 waren es nur knapp 800.000.

Am stärksten wuchs der Markt in China, obwohl die Regierung die Subventionen Anfang 2017 um 40 Prozent kürzte. Immerhin 3 Prozent aller Neufahrzeuge auf dem größten Automarkt der Welt haben inzwischen Batterie und Steckdose.

Auch in Deutschland wirkte sich erstmals die Elektroauto-Kaufprämie spürbar aus. Im abgelaufenen Jahr ließen die Behörden 54.492 Elektro- und Plugin-Hybrid-Autos zu, was einer Steigerung um mehr als 110 Prozent und einem Marktanteil von nunmehr 1,6 Prozent entspricht. Der Gesamtbestand hat Expertenschätzungen zufolge damit die Marke von 100.000 Fahrzeugen geknackt. Dabei haben Autokäufer erst für 10 Prozent des gesamt zur Verfügung stehenden Prämienvolumens Förderanträge beim zuständigen Bundesamt gestellt.

Ebenfalls in Schwung kam der Ausbau der von den Automanagern als kritisch betrachteten Ladeinfrastruktur. Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladesäulen wuchs allein von Anfang 2017 bis zur Jahresmitte um knapp 20 Prozent - auf 4730. Darunter waren 530 Schnellladesäulen. Zum Vergleich: Es gibt hierzulande noch etwa 14.000 konventionelle Tankstellen.

China indes will ein ungleich höheres Tempo vorlegen. Schon in drei Jahren soll es in der Volksrepublik fünf Millionen Ladepunkte geben. Die Mehrheit der Automanager glaubt aber offenbar noch nicht daran, dass aus solchen Plänen Wirklichkeit wird.

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