12.06.2017  Apple, Amazon und Google knicken ein - Blase wie im Jahr 2000?

Goldman Sachs schürt Angst vor dem Tech-Crash

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Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat eine Verkaufswelle bei Tech-Werten losgetreten. Zwar horten Apple, Amazon, Google und Co Berge von Cash - doch gebe es einige Parallelen zur Tech-Blase im Jahr 2000, so Goldman.

Unruhe unter Investoren: Der Kursrutsch bei US-Technologieaktien bremst den Dax zum Start in die neue Woche. Am Montag im frühen Handel notierte der Dax 0,9 Prozent tiefer und fiel zeitweise unter die Marke von 12.700 Punkten. Zu den größten Verlierern im Dax zählten am Montag Morgen die Technologiewerte Infineon , SAP und Deutsche Telekom mit Verlusten zwischen 2 und 4 Prozent - und dafür gibt es einen Grund.

Verkaufswelle bei US-Tech-Werten

US-Tech-Schwergewichte wie Amazon , Apple , Alphabet , Facebook oder Tesla waren am Freitag im späten Handel jeweils zwischen 3 und 5 Prozent abgetaucht, die US-Technologiebörse Nasdaq schloss deutlich im Minus. Anlass für die Verkaufswelle, die einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar binnen 2 Stunden vernichtete, war eine Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs, die vor der niedrigen Volatilität im US-Technologiesektor und einer gefährlichen Konzentration auf die "Big Five" (Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft) warnte.

Goldman-Studie belastet Tech-Schwergewichte

In ihrer am Freitag Nachmittag veröffentlichten Studie warnt die US-Investmentbank Goldman Sachs vor Risiken im Technologiesektor und konzentriert sich dabei besonders auf die "Big Five", also die Technologie-Schwergewichte Facebook , Apple , Amazon , Microsoft und Google (Alphabet). Goldman-Analyst Robert Boroujerdi nennt diese Gruppe der fünf Schwergewichte in seiner Untersuchung "FAAMG" und vergleicht sie mit den Technologie-Schwergewichten der Jahre 1999 und 2000 - also den beiden Boom-Jahren, bevor die Technologie-Blase an der Nasdaq platzte.

"FAAMG" aktuell noch günstiger als die Vergleichsgruppe im Jahr 2000

Goldman Sachs kommt zu dem Schluss, dass die fünf "FAAMG" Werte aktuell noch etwas günstiger bewertet sind als ihre Vergleichsgruppe vor 17 Jahren, zu denen damals neben Microsoft und Oracle noch Cisco , Intel und Lucent gehörten. Die heutigen Tech-Schwergewichte haben auch höhere Cash-Reserven und erzeugen einen höheren Cash-Flow, so Boroujerdi - Argumente, die für die Gruppe um Facebook , Apple , Amazon , Microsoft und Google sprechen.

Dennoch weist Goldman Sachs auf einige Gefahren bei den heutigen Tech-Champions hin. Sie seien aktuell weniger profitabel als ihre Vergleichsgruppe aus dem Jahr 2000, so Boroujerdi.

Alle kaufen die "Big Five" - so war es schon im Jahr 2000 vor dem Crash

Das größte Warnzeichen laut Goldman Sachs: Die fünf Tech-Champions sind inzwischen an der Börse so dominant und so stark im Wert gestiegen, dass sie für 13 Prozent des Börsenwertes des S&P 500 verantwortlich sind - obwohl die 5 Konzernriesen nur für 1 Prozent aller Firmen aus dem S&P 500 stehen.

Eine ähnliche Entwicklung gab es im Jahr 2000 kurz vor dem Platzen der Technologie-Blase, als die damaligen 5 Tech-Champions für 16 Prozent der Bewertung im S&P 500 verantwortlich waren. "Der jüngste starke Kursanstieg der Tech-Schwergewichte weckt Erinnerungen an den starken, von Euphorie getragenen Kursanstieg der Nasdaq im Jahr 2000", warnt Boroujerdi in seiner Studie.

Gewinnmitnahmen nach steilem Kursanstieg bei Apple und Amazon

Anleger nahmen dies zum Anlass, um bei Technologiewerten Gewinne mitzunehmen und zu verkaufen. Immerhin waren Werte wie Amazon , Apple oder die Google-Mutter Alphabet seit Jahresbeginn jeweils zwischen 20 und 30 Prozent gestiegen - für viele Anleger ein Grund, jetzt Geld in Sicherheit zu bringen.Die Verkaufswelle im Sektor schwappte auch nach Asien über und belastete am Montag im Dax vor allem Technologiewerte wie SAP und Infineon .

Gewinnmitnahmen belasteten nicht nur die fünf Tech-Schwergewichte in den USA, sondern auch andere Technologiewerte, die in der Goldman-Studie gar nicht genannt sind. So gab die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla deutlich nach. Allerdings hatte die Tesla-Aktie seit Jahresbeginn auch mehr als 60 Prozent zugelegt.

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