27.09.2018 
Porträt des Zetsche-Nachfolgers Ola Källenius

So tickt der künftige Daimler-Boss

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Ola Källenius, löst im Mai 2019 Dieter Zetsche als Daimler-Vorstandschef ab
picture alliance/dpa
Ola Källenius, löst im Mai 2019 Dieter Zetsche als Daimler-Vorstandschef ab

Es wäre für ihn ein echtes Heimspiel gewesen. Doch als Mercedes Anfang September in Stockholm den ersten Vertreter seiner Elektroauto-Familie EQ enthüllte, überließ Ola Källenius dem scheidenden Daimler-Chef Dieter Zetsche die große Bühne im Alleingang.

Dabei hätte der gebürtige Schwede Källenius, der seit Anfang 2017 als Daimlers Forschungs- und Entwicklungschef fungiert, einiges erzählen können zur künftigen Elektroauto-Strategie der Schwaben. Das tat er letztlich auch, allerdings abseits der Bühne - höflich, souverän und unaufgeregt, wie er sich am liebsten gibt.

Die EQC-Weltpremiere in Schweden war das letzte große Daimler-Event, bei dem der 49-jährige Betriebswirt nicht im Mittelpunkt steht. Denn ab Mai 2019 folgt er Dieter Zetsche als Vorstandschef bei Daimler nach, wie der Autohersteller nun bekanntgab.

Damit wird erstmals ein Ausländer Daimler-Chef - und noch dazu einer, der anders als die meisten seiner Vorgänger kein studierter Ingenieur ist. Ein Problem für die stolze Daimler-Truppe dürfte das aber kaum sein. Denn Källenius kennt den Konzern von der Pike auf: Der Vater von drei Kindern ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in Daimlers Diensten. Seinen Einstieg bei den Schwaben schaffte er 1993 gleich als Mitglied von Daimlers internationaler Nachwuchstruppe, direkt nach seinem Wirtschaftsstudium in Stockholm und St. Gallen.

Bei Mitarbeitern gilt er hart, aber fair

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Als Nichttechniker hat er ziemlich viele Stationen im Lebenslauf, die bei Autoherstellern oft an Manager mit Ingenieurstitel gehen: Källenius leitete unter anderem Daimlers US-Werk im amerikanischen Tuscaloosa und ein Motorenwerk in Großbritannien. Ab 2010 war er drei Jahre lang Geschäftsführer von Mercedes' hauseigener Sportwagensparte AMG.

Er möge Autos und wisse, was Performance heiße, sagte Källenius einmal. Und das nehmen ihm die Daimler-Mitarbeiter mit diesem Lebenslauf auch ab. Zumal er vom obersten Chef den Ritterschlag erhielt. Källenius sei ein echter "car guy", befand Dieter Zetsche, als er Källenius 2015 als Vertriebschef in den Konzernvorstand berief.

Im persönlichen Umgang ist Källenius jedoch ganz Automanager neuen Zuschnitts: Bei Gesprächen tritt er höflich und entspannt auf, auf der großen Bühne kommt er smart und unaufgeregt rüber. Seinen Untergebenen soll er viel Eigenverantwortung geben, hieß es immer wieder im Konzern. Doch hinter der weichen Schale steckt ein managertauglicher Kern: Im Zweifel soll Källenius schnell und durchaus hart entscheiden.

Seine Untergebenen schätzen ihn als fair, Vorstandskollegen bezeichnen ihn als "sehr guten Manager". Allerdings: Durch spektakuläre Sanierungen, erfolgreiche durchgezogene Sparprogramme oder herausragende Rekorde ist der Schwede bislang nicht aufgefallen.

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