11.04.2018  Diagnose: Schwer infiziert

Barclays vergleicht Bitcoin-Käufer mit Grippe-Kranken

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Zur Börse oder zum Arzt? Laut Barclays ist der Bitcoin-Hype vergleichbar mit einer Grippewelle.
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Zur Börse oder zum Arzt? Laut Barclays ist der Bitcoin-Hype vergleichbar mit einer Grippewelle.

Es gibt Leute, die haben Bitcoin-Investoren bereits pauschal für verrückt erklärt. Ganz so weit geht die Barclays Bank nicht. Aber ein Vergleich aus der Welt der Medizin erscheint auch den Briten angemessen. Analysten der Großbank ziehen Parallelen zwischen dem Hype am Bitcoin-Markt und der Ausbreitung einer Grippewelle. Dabei kommen sie zu einem klaren Fazit: Die Bitcoin-Welle hat ihren Höhepunkt überschritten.

Die Barclays-Analysten unterteilen die Gesamtheit aller potenziellen Bitcoin-Investoren in drei Gruppen, berichtet Bloomberg: Anfällig, infiziert und immun. Während der Preis steigt, verbreite sich das "Virus" von Mund zu Mund, so die Annahme in einer Analyse, aus der die Nachrichtenplattform zitiert.

Mit dem Anwachsen der Menge an Bitcoin-Besitzern, so die Überlegung weiter, schrumpfe gleichzeitig der Anteil derjenigen an der Gesamtheit, die potenziell noch infiziert werden können. Gleichzeitig steige der Anteil möglicher Verkäufer, was die Barclays-Fachleute mit Genesungsfällen vergleichen.

Auf diese Weise entstehe früher oder später ein Preis-Plateau, von dem aus es kaum noch weiter aufwärts gehen können. Im Gegenteil: Weil sich das Verhältnis zu Gunsten der "Genesungsfälle" verschiebe, das Angebot im Vergleich zur Nachfrage also allmählich größer werden, kippe irgendwann der Preis und beginne zu sinken.


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Eine ähnliche Entwicklung lässt sich laut Barclays bei Epidemien in der medizinischen Welt beobachten, bei denen irgendwann die sogenannte Immunitätsschwelle erreicht werde: Der Punkt, an dem so viele Menschen immun seien, dass eine weitere Ausbreitung nicht mehr möglich sei.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Beim Bitcoin lautet die Diagnose der Barclays-Experten vor dem Hintergrund: Der Anteil der Investoren, die inzwischen immun sind, ist Untersuchungen zufolge in den entwickelten Volkswirtschaften inzwischen so groß, dass kaum noch weitere Ansteckungen zu erwarten sind. Der Bitcoin werde daher vermutlich nie wieder sein Rekordpreisniveau von Ende 2017 erreichen, als er auf bis zu 20.000 Dollar stieg.

Am Dienstag notierte der Bitcoin laut Coinmarketcap.com bei etwas mehr als 6760 Dollar, unverändert im Vergleich zum Vortag.

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