12.02.2019 
Riesenflieger als Sorgenkind

Fonds-Flop A380 - Tausenden Anlegern drohen Verluste

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Sorgenkind deutscher Fondsanleger: Ein A380 von Air France.
REUTERS
Sorgenkind deutscher Fondsanleger: Ein A380 von Air France.

Für zahlreiche Anleger geschlossener Flugzeugfonds häufen sich derzeit die schlechten Nachrichten: Schon seit Langem ist bekannt, dass der Airbus-Superjumbo A380 einer unsicheren Zukunft entgegenfliegt. In diesen Tagen distanzierten sich nun weitere Airlines von diesem Flugzeugtypen. Betroffen davon sind auch mehrere Tausend Beteiligte an geschlossenen Fonds deutscher Anbieter, die in diese Flugzeuge investiert haben.

Vor einigen Wochen schon war bekannt geworden, dass Emirates womöglich von einer großen Order über mindestens 20 Maschinen dieses Typs abrücken wird. Die arabische Airline betreibt die weltgrößte A380-Flotte. Stattdessen wolle Emirates lieber den A350 geliefert bekommen, hieß es.

Zuletzt zog die australische Fluggesellschaft Quantas eine Bestellung von acht A380-Maschinen zurück. Einen Grund für die Stornierung der bereits seit 2006 laufenden Order gab das Unternehmen nicht an. Bekannt ist jedoch, dass der A380 vielen Fluggesellschaften auch auf sehr langen Strecken nicht mehr wirtschaftlich erscheint. Alternative Flugzeugtypen wie der A350 bieten ebenfalls hohen Komfort und können zudem kostengünstiger genutzt werden, vor allem, weil sie lediglich zwei statt vier Triebwerke haben.

Beide Fälle belegen den schwachen Status, den der A380 in der Luftfahrtindustrie inzwischen hat. Hiesige Fondsanleger sind allerdings zumindest vom Quantas-Rückzieher nicht betroffen, denn die Australier zählten in der Vergangenheit nicht zu den Geschäftspartnern deutscher Fondsgesellschaften.

Das ist bei Emirates anders - und bei der Air France. Die Franzosen wollen die Zahl ihrer A380-Maschinen von zehn auf fünf reduzieren und ausschließlich jene Flugzeuge weiternutzen, die dem Unternehmen selbst gehören. Das sagte Firmenchef Benjamin Smith vor einigen Wochen in einem Interview.

Mehrere Tausend Investoren deutscher Flugzeugfonds dürften spätestens bei dieser Nachricht Sorgenfalten auf der Stirn bekommen haben. Denn die A380, die Air France nutzt, aber nicht erworben hat, gehören deutschen Fonds und wurden mit dem Geld hiesiger Privatanleger finanziert.

Zieht sich die französische Fluggesellschaft zurück, so droht diesen Fonds und Investoren also das Schicksal, das bereits seit 2017 mehrere Fonds der Anbieter Dr. Peters und Doric ereilte: Nutzerausfall, Einnahmeeinbußen, Renditeverlust.

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