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Bitcoin-Kurs steigt erstmals über 5000 US-Dollar

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Bitcoins haben eine enorme Wertsteigerung hinter sich - der Kurs schwankt jedoch stark
REUTERS
Bitcoins haben eine enorme Wertsteigerung hinter sich - der Kurs schwankt jedoch stark

2. Teil: Sind Bitcoins überhaupt zur Geldanlage geeignet?

Schon an dem Punkt gehen die Meinungen weit auseinander: Während beispielsweise Jamie Dimon, Chef der US-Großbank JP Morgan, Bitcoins kürzlich als "Betrug" bezeichnete und ankündigte, jeden seiner Mitarbeiter sofort zu feuern, der damit handele, steht Lloyd Blankfein, Chef des JP-Morgan-Konkurrenten Goldman Sachs, dem Thema offenbar wesentlich neutraler gegenüber. In einem Tweet verkündete Blankfein jüngst, zumindest über Bitcoins nachzudenken - Ergebnis: noch offen.

Beide Beispiele zeigen: Selbst Profis wissen das Thema Bitcoins nicht sicher und präzise einzuschätzen. Wie alle Kryptowährungen wurde auch diese etabliert, um dem offiziellen Geld- und Zahlungssystem der Zentralbanken ein dezentrales gegenüberzustellen, das sich staatlicher Kontrolle - weitgehend - entzieht. Dieser Ansatz hat allerdings auch seine Nachteile. Kritiker weisen beispielsweise gerne darauf hin, dass digitale Zahlungsmittel wie Bitcoins aufgrund ihrer inoffiziellen Charakteristik auch leicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden können.

Ohnehin erfüllen Bitcoins die Funktion einer Alternative zum herkömmlichen Geld etwa in Euro oder Dollar bislang weitgehend eher theoretisch. Zwar sind Bitcoins in Japan inzwischen als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Genutzt werden sie zu diesem Zweck aber bislang offenbar kaum. So beziffert die Bundesbank die täglichen Transaktionen, die weltweit über Bitcoin-Netzwerke abgewickelt werden, an Spitzentagen auf bis zu 350.000, wie die Vermögensverwaltung Wallrich Wolf Asset Management berichtet. Zum Vergleich: Allein im deutschen klassischen Zahlungsverkehr kommt es täglich im Schnitt zu mehr als 75 Millionen Transaktionen.

"Definitiv etwas für Zocker"

Die Zahlen unterstreichen, dass es sich bei Bitcoins derzeit vor allem um ein Objekt für Spekulanten und - im schlimmsten Fall - Zocker handelt. Sollen Privatanleger also auf so einem heiklen Markt mitmischen? Vermögensverwalter, die manager-magazin.de dazu befragt hat, raten mehrheitlich zwar nicht ab - sie raten aber zu größter Vorsicht. Mit dem Tenor: Investiert werden sollte nur der Teil des Vermögens, der im Zweifel verzichtbar ist. Denn aufgrund der hohen Volatilität und der beschriebenen Unwägbarkeiten bestehe jederzeit das Risiko des Totalverlusts.

Marc Pasdag etwa, Geschäftsführer von Prometheus Vermögensmanagement in Langenfeld, steht dem Thema noch vergleichsweise offen gegenüber. "Bitcoins sind ein Spekulationsobjekt wie Gold oder andere Währungen", sagt er. "Sie werfen keinen Ertrag wie Zinsen oder Dividenden ab, daher kann nur auf eine Wertsteigerung spekuliert werden." Das ein Spekulant zugleich ein Zocker sei, so Pasdag, würde er aber so nicht unterschreiben.

Da ist Uwe Zimmer schon anderer Meinung. "Es ist definitiv etwas für Zocker, die bereit sind, ihren Einsatz zu verlieren - oder zumindest einen großen Teil davon", sagt der Chef von z-invest in Köln, der selbst bereits Erfahrungen mit dem Bitcoin-Investment gesammelt hat. "Als Privatanleger würde ich nicht mehr als 1 bis 2 Prozent meiner Kapitalanlage investieren."

Christoph Rottwilm auf Twitter

"Staatliche Regulierung oder Handelsverbote sind jederzeit möglich", glaubt Investmentprofi Koch. "Die Folge wäre im schlechtesten Fall der Sturz auf den inneren Wert der Kryptowährung. Der liegt bei Null."

Tatsächlich wurde in China jüngst bereits deutlich, wie empfindlich der Bitcoin-Preis auf staatliche Interventionen reagieren kann. Und auch Starökonom Kenneth Rogoff von der renommierten Havard University warnte kürzlich in einem Beitrag für den britischen "Guardian": Wie es mit dem Bitcoin weitergehe, hänge maßgeblich davon ab, wie die Politik auf die Entwicklung reagiere.

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