26.06.2017  Attacke auf weltgrößten Nahrungsmittelkonzern

Wer ist eigentlich Nestlé-Angreifer Daniel Loeb?

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Angriff auf Nestlé: Daniel S. Loeb, Gründer von Third Point
REUTERS
Angriff auf Nestlé: Daniel S. Loeb, Gründer von Third Point

Diesmal hat sich Daniel Loeb besonders viel vorgenommen, wie an den Superlativen seines Nestlé-Investments zu erkennen ist: Nestlé gilt als größtes Unternehmen der Schweiz und weltgrößter Nahrungsmittelproduzent.

Der bisher dickste Fisch an der Angel des aktivistischen Investors Daniel Loeb mit seinem Hedgefonds Third Point ist Nestlé allemal: Mit umgerechnet rund drei Milliarden Euro ist Loeb bei den Schweizern eingestiegen, was ihm einen Anteil von etwa 1,3 Prozent sichert und ihn auf Anhieb zum achtgrößten Aktionär des Konzerns macht. Damit ist Nestlé das größte Startinvestment in Loebs bereits mehr als 20 Jahre währender Karriere als Investor.

Rückblende: Seine Finanzfirma Third Point gründete Loeb im Jahr 1995, als er bereits mehr als ein Jahrzehnt im Geschäftsleben hinter sich hatte: Start 1984 beim Private-Equity-Spezialisten Warburg Pincus, danach Stationen beim Plattenlabel Island Records, der US-Investmentbank Jefferies LLC sowie der Citigroup, und schließlich der Schritt in die Selbstständigkeit.

Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, gilt Third Point als einer der erfolgreicheren unter den Hedgefonds, die sich der aktivistischen Strategie verschrieben haben: Solche Geldanleger erwerben Aktienpakete, um in der Folge das Management der Firmen mit allerlei Verbesserungsvorschlägen unter Druck zu setzen, stets in der Hoffnung, den Aktienkurs in die Höhe treiben zu können.

Durchschnittsrendite: 16 Prozent pro Jahr

Viele Male hat Loeb dieses Spiel inzwischen durchexerziert - meist mit Erfolg: Gestartet mit rund drei Millionen Dollar verwaltet Third Point heute ein Vermögen von etwa 15 Milliarden Dollar. Allein im Jahr 2016, als ein Großteil der Hedgefonds-Konkurrenz größte Mühe hatte, die Kundschaft zufrieden zu stellen, schaffte Loebs Flaggschiff-Fonds laut "Forbes" eine Performance von 6,1 Prozent. Seit seiner Gründung erzielte Third Point eigenen Angaben zufolge bis Ende 2015 eine Rendite von durchschnittlich mehr als 16 Prozent pro Jahr.

Klar, dass das auch Spuren auf dem Konto des Firmengründers hinterlassen hat: Das US-Magazin "Forbes" führt Loeb gegenwärtig mit einem Vermögen von 2,9 Milliarden Dollar auf seiner Liste der reichsten Leute in Amerika.

Kurzum: Bequemer wird das Leben wohl nicht für die Männer in der Führungsetage von Nestlé , jetzt, da sich Daniel Loeb unter ihren Aktionären befindet. Was sich der gebürtige Kalifornier, der sich seine Leidenschaft fürs Surfen Berichten zufolge bis heute erhalten hat, vorstellt, hat er bereits in einem Brief an die Investoren mitgeteilt: Demnach verlangt Third Point von Nestlé eine Verbesserung der Gewinnmarge, einen Aktienrückkauf und den Verkauf von Firmenteilen, die nicht zum Kerngeschäft zählen.

Und wichtig: Der Konzern soll nach Loebs Willen seine 23-prozentige Beteiligung am französischen Kosmetikanbieter L'Oréal veräußern. Loeb dürfte nicht der einzige sein, der sich fragt, welche Funktion eigentlich L'Oréal in der Strategie von Nestlé erfüllt.

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