23.06.2017  Online versus offline

Amazon vs Wal-Mart - Immo-Investoren kennen den Sieger

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Amazon vs Walmart: Die Online-Plattform gräbt dem traditionellen Einzelhandel zunehmend das Wasser ab
REUTERS
Amazon vs Walmart: Die Online-Plattform gräbt dem traditionellen Einzelhandel zunehmend das Wasser ab

Noch deutlicher kann der Kampf zwischen E-Commerce und traditionellem Einzelhandel kaum in den Fokus rücken: Vor wenigen Tagen gab der Online-Händler Amazon bekannt, für fast 14 Milliarden Dollar die US-Lebensmittelkette Whole Foods übernehmen zu wollen - und schickte damit die Aktienkurse etablierter Handelsunternehmen wie Wal-Mart oder Kroger in den USA in den Keller. Amazon , so scheint es, krempelt nicht nur das Geschäftsmodell des weltweiten Einzelhandels komplett um. Das Unternehmen expandiert vielmehr inzwischen auch in Bereiche außerhalb des Internets, und rückt dem traditionellen Handel damit noch stärker auf die Pelle.

Der Wettstreit zwischen Online-Handel und herkömmlichem Einkaufen in Läden aus Stein und Beton sorgt allerdings nicht nur in den Chefetagen der betroffenen Handelsunternehmen für aufgeregte Betriebsamkeit. Inzwischen reagieren vielmehr auch Immobilieninvestoren in aller Welt auf die Entwicklung: Gelder, die jahrelang gerne in Shopping-Center, Fachmärkte oder Kaufhausgebäude gesteckt wurden, fließen stattdessen seit einiger Zeit immer öfter in Lagerhäuser und andere Logistikobjekte, die vom Vormarsch der Online-Handels profitieren.

Im ersten Quartal dieses Jahres zeigte sich das hierzulande erstmals besonders drastisch an den Finanzströmen. Wie der weltweite Immobilienberater Jones Lang LaSalle (JLL) ermittelt hat, flossen in den ersten drei Monaten 2017 insgesamt 12,6 Milliarden Euro in deutsche Gewerbeimmobilien. Es ist die höchste Summe, die laut JLL bisher in einem Auftaktquartal eines Jahres gemessen wurde und eine Steigerung von nicht weniger als 60 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Während das Gros der Gelder mit 41 Prozent laut JLL einmal mehr in Bürogebäude investiert wurde, zeigt sich daneben eben jene bemerkenswerte Veränderung: Nur noch 18 Prozent der Investitionen flossen in Einzelhandelsimmobilien - über das gesamte Jahr 2016 betrachtet waren es noch 31 Prozent gewesen. Stattdessen legte der Anteil der Lager- und Logistik-Immobilien von 7 Prozent auf 16 Prozent zu. Das entspricht in diesem Bereich einer Steigerung um 140 Prozent auf ein Volumen von zwei Milliarden Euro.

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