11.05.2017  Kurssturz um 25 Prozent

Snap-Aktie nahe Ausgabekurs - Gründer lacht laut und lang

Da war die Welt noch in Ordnung: Snapchat-Gründer Evan Spiegel (Mitte) and Bobby Murphy (links) beim Börsengang im März dieses Jahres an der New Yorker Börse
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Da war die Welt noch in Ordnung: Snapchat-Gründer Evan Spiegel (Mitte) and Bobby Murphy (links) beim Börsengang im März dieses Jahres an der New Yorker Börse

Erster Quartalsbericht und ein Milliardenverlust - aber mehr noch schockt Snap(chat)-Chef Evan Spiegel die Börse mit stagnierenden Nutzerzahlen. Aktionäre ziehen brachial die Reißleine. Auf kritische Nachfrage reagiert Spiegel mit einem Vergleich, den er besser nicht gewählt hätte.

Die Firma hinter der populären Foto-App Snapchat hat nach enttäuschenden ersten Quartalszahlen auf einen Schlag rund ein Viertel ihres Werts an der Börse verloren. Nachbörslich in New York notierte die Aktie am Donnerstag bei 17,68 Dollar und lag damit nur noch knapp über dem Ausgabepreis von 17 Dollar. Das Vermögen der Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy schmolz in Minuten um über eine Milliarde Dollar.

Die Firma war an der Börse zuletzt noch rund 27 Milliarden Dollar wert gewesen. Die hohe Bewertung war angesichts der fortlaufend roten Zahlen und des gebremsten Nutzerwachstums bereits in den vergangenen Monaten als Vertrauensvorschuss mit Blick auf die Zukunft gesehen worden.

Einen Kurssturz nach dem Börsengang hatte einst auch Facebook erlebt. Die Aktie war sogar auf die Hälfte des Ausgabepreises gestürzt, weil Investoren zweifelten, ob das Online-Netzwerk Geld auf Smartphones machen kann. Doch Facebook lieferte - und heute ist die Aktie über drei Mal mehr wert als zum Börsendebüt und die ganze Firma mehr als 430 Milliarden Dollar.

2,2 Milliarden Dollar Verlust - Nutzerzahl stagniert nahezu

Bei Snapchat allerdings ist die Sorge der Investoren groß, dass das Unternehmen nicht mehr liefert. Der gewaltige Quartalsverlust von 2,2 Milliarden Dollar war dabei eher noch die kleinste Sorge der Investoren - auch wenn er neben einem Umsatz von weniger als 150 Millionen Dollar besonders übel aussah. Zwei Milliarden Dollar von dem Minus gehen auf eine einmalige Belastung im Zuge des Börsengangs durch Vergütung mit Aktienoptionen zurück.

Viel schwerer wog, dass Snap auch bei Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz die Analystenprognosen verfehlte. Snap kam im ersten Quartal auf 166 Millionen täglich aktive Nutzer. Das waren nur acht Millionen mehr als im Quartal davor. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute weiter.

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Snapchat tut sich weiter schwer, neue Nutzer zu gewinnen, während Facebook erfolgreich Funktionen kopiert. Dabei knickte die zunächst steil ansteigende Wachstumskurve bei Snapchat ein, als Facebook anfing, in großem Stil Elemente von Snapchat zu kopieren - wie etwa die "Stories"-Funktion, bei der Nutzer für 24 Stunden Bilder mit ihren Freunden teilen können.

Facebooks Fotodienst Instagram verkündete jüngst, dass ihr "Stories"-Klon auf über 200 Millionen User kommt - also mehr als bei Snapchat selbst. Instagram legt auch ein ganz anderes Wachstumstempo vor: Die App gewann zwischen Dezember 2016 und April dieses Jahres 100 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 700 Millionen.

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