17.07.2017  Magellan-Pleite

112.000 Container verkauft - Anleger kommen glimpflich davon

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Container im Hafen Hamburg: Investoren von Magellan hatten kein Glück mit dem Investment
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Container im Hafen Hamburg: Investoren von Magellan hatten kein Glück mit dem Investment

Wenn am grauen Kapitalmarkt ein Investmentunternehmen in die Pleite rutscht, dann bedeutet das für die Investoren nicht selten den Totalverlust ihrer Einlage. Oft fordern Insolvenzverwalter darüber hinaus sogar noch bereits erhaltene Auszahlungen von den Anlegern zurück.

Gemessen daran scheint die Pleite des Containerinvestment-Unternehmens Magellan für die Investoren ein einigermaßen glimpfliches Ende zu nehmen: Wie der Insolvenzverwalter der Gesellschaft am Montag mitteilte, haben die mehr als 8000 Kapitalanleger, die bei Magellan Geld in Seecontainer investiert hatten, mit großer Mehrheit dem Verkauf des gesamten Containerbestandes zugestimmt.

Rund 112.000 Container werden nun an die Buss-Gruppe mit Sitz in Singapur und Hamburg veräußert. Insgesamt hat der Deal ein Volumen von 160 Millionen Euro, zuzüglich einer Erfolgsbeteiligung von 15 Millionen Dollar, also nach aktuellem Wechselkurs noch einmal rund 13 Millionen Euro, die später ebenfalls noch in Aussicht steht.

100 Millionen Euro, so teilte Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt, Partner der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte, mit, sollen den Magellan-Investoren nun noch bis Ende dieses Jahres überwiesen werden. Der Rest sowie die mögliche Erfolgsbeteiligung würden sukzessive bis etwa zum Jahr 2023 folgen, so Borchardt.

Hintergrund: Die Gesellschaft Magellan Maritime Services war am Kapitalmarkt im Segment der Containerinvestments aktiv und musste im Juni vergangenen Jahres Insolvenz anmelden. Zu dem Zeitpunkt hatten etwa 9000 Anleger für insgesamt rund 350 Millionen Euro Container bei dem Unternehmen erworben. Magellan verwaltete die Transportkisten für die Investoren, vermietete sie also an Nutzer und leitete die Mietzahlungen an die Anleger weiter - jedenfalls theoretisch. Die Pleite setzte diesem Geschäft ein Ende.

Die Frage ist nun, wie hoch der Verlust der Investoren aufgrund der Insolvenz letztlich ausfallen wird. Auf den ersten Blick erscheinen die Zahlen vergleichsweise erfreulich: Der Investitionssumme von 350 Millionen Euro steht ein Verkaufserlös von 160 Millionen Euro plus einer möglichen Erfolgsprämie von 15 Millionen Dollar gegenüber. Zudem haben viele Investoren im Laufe der Zeit - abhängig vom Kaufzeitpunkt - bereits Ausschüttungen aus ihren Investments erhalten, die ebenfalls einkalkuliert werden müssen.

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