Kolumne "Chefsache"

Die Masche Elliott

Von
mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)
manager magazin
mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Woche haben wir unser neues Digital-Angebot gestartet: mm premium. Unser Versprechen: Wir entschlüsseln für Sie Wirtschaft.

Ab sofort bieten wir Ihnen unsere Recherchen nicht nur in unserem Monatsmagazin an, sondern täglich und digital.

Vier unserer premium-Geschichten möchte ich Ihnen besonders ans Herz legen:

Direkt nach Elliotts Einstieg bei ThyssenKrupp baten wir den berühmt-berüchtigten Investor um ein Gespräch mit Gründer und Chef Paul Singer. Denn wir wussten, dass der Konzern aus Essen für den US-Aktivisten nur der Auftakt zu einer größeren Attacke auf die deutsche Industrie ist. Elliott hielt uns über Wochen hin, um schließlich einfach abzutauchen. Also behandelten meine Kollegen Sven Clausen und Thomas Werres den Investor mal so, wie der normalerweise mit seinen "Targets" umspringt: Die beiden stellten Elliott vor vollendete Tatsachen. Sie meldeten sich Ende August mit der Durchsage, die Geschichte sei fertig recherchiert, und boten an: Wenn Elliott noch etwas beizutragen habe, laufe ab jetzt die Uhr. Die Botschaft wurde verstanden: Franck Tuil, Paul Singers Statthalter in Europa, hatte auf einmal Zeit für uns. Wie Elliott seine Ziele auswählt und dann skrupellos seine Masche durchzieht, lesen Sie hier.

Ethan Hill

Die wohl größte Gefahr für die deutsche Autoindustrie lauert in einer umgebauten Mall in Mountain View. Dort hat sich Googles Autoausgründung Waymo eingenistet. Die Robovans, die von dort zu Selbstfahrtests ausschwärmen, sind die Vorhut einer gigantischen Taxiflotte, mit der Waymo Amerikas Städte fluten wird: 82.000 Gefährte sind schon bestellt. Der Vorsprung, den sich Waymo mit den Google-Milliarden herausgefahren hat, scheint uneinholbar. Analysten halten die Firma bereits für wertvoller als Daimler und VW zusammen. CEO John Krafcik hat meinem Kollegen Jonas Rest einen seltenen Einblick ins Innerste der neuen Automacht gewährt. Und der hinterlässt Eindruck - wie Sie hier lesen können.

Es ist leichter, eine Audienz beim Papst zu bekommen, als Tadashi Yanai zu treffen. Der Gründer, CEO und Großaktionär der Bekleidungskette Fast Retailing (Uniqlo) arbeitet rund um die Uhr an seinem Lebensziel: Der 69-Jährige will Zara und H&M verdrängen und zur neuen Nummer eins aufsteigen - indem er dem Modezirkus seine Seele raubt. Zwei Jahre und viele geplatzte Termine nach der ersten Gesprächsanfrage konnte mein Kollege Martin Mehringer den reichsten Mann Japans endlich treffen, in Stockholm. Das Porträt finden Sie hier.

Wollen sie wirklich riskieren, über Gunnar Kilian zu schreiben?", wurde mein Kollege Michael Freitag von einem Topmanager bei VW gefragt, als er Auskünfte über den langjährigen Generalsekretär des Betriebsrats einholen wollte. Kilian sei sehr, sehr mächtig. Exakt. So mancher traut dem neuen Personalvorstand der Volkswagen AG zu, in ein paar Jahren Herbert Diess als CEO zu beerben. Ein ehemaliger Gewerkschafter als Vorstandsvorsitzender, sind jetzt alle übergeschnappt? It's Wolfsburg, stupid!

Gene Glover für manager magazin

Zum guten Schluss noch in eigener Sache Dies sind die letzten Recherchen und Geschichten von manager magazin, die ich verantworte. Ich wechsele in die Chefredaktion unserer Schwestermarke DER SPIEGEL. Es war mir eine Ehre, in den vergangenen fünf Jahren für Sie arbeiten zu dürfen. Für mich ist mm der Olymp des deutschsprachigen Wirtschaftsjournalismus. Meine Nachfolger werden diesen Anspruch hochhalten. Bleiben Sie uns treu!

Herzlichst Ihr,

Steffen Klusmann


Chefsache ist der wöchentliche Newsletter aus der Chefredaktion des manager magazins.

Jeden Freitag Nachmittag kommentieren abwechselnd Sven Clausen, Steffen Klusmann und Martin Noé die vergangene Woche und geben einen Ausblick auf die kommende Woche.

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