Kolumne "Chefsache"

Goldrausch Sachs - wie die Investmentbank ihre Konkurrenten deklassiert

Von
mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)
manager magazin
mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)

Liebe Leserinnen und Leser,

Goldman Sachs kann einfach alles. Bei seinen Recherchen in New York stellte mein Kollege Tim Bartz erstaunt fest, dass die Wall-Street-Ikone auch im Hotelgewerbe unterwegs ist: Das "Conrad" an der Rückseite der Firmenzentrale gehört der Bank. Die Zimmer kosten ab 325 Dollar, in der Lobby hängt das monumentale Wandbild "Loopy Doopy" des Minimalisten Sol LeWitt. Ihrem Lieblingsfriseur Salvatore Anzalone haben die Goldmänner sogar einen kleinen Shop eingerichtet. Doch das sind Peanuts. Das große Geld verdient die Investmentbank mit anderen Geschäften. Und die darf sie, dank ihrer guten Drähte zu Donald Trump, massiv ausbauen. Wie Goldman es immer wieder schafft, sich im Herzen der US-Regierung einzunisten, lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 28.

Lloyd Blankfein
Steffen Roth
Lloyd Blankfein

Oliver Bäte gilt bei der Allianz noch immer als Fremdkörper - zwei Jahre nach seiner Berufung zum CEO. Der Ex-McKinsey-Berater provoziert mit seiner Art und seinem Radikalumbau heftige Abwehrreaktionen des Apparats. Wie aus einem rostigen Eimer tropfen aus Europas größtem Finanzkonzern ständig Indiskretionen. Der Mann predige Sparsamkeit und halte sich selbst nicht daran, so die Unterstellung. Vieles konnte Bäte im Gespräch mit uns entkräften. Der teure Umbau des Vorstandskasinos? Dem Brandschutz geschuldet, spart mittelfristig sogar ordentlich Spesen. Die Anreise zum Managementmeeting in Evian per Heli? Konnte er wegen eines Treffens mit Frankreichs Premier in Paris nur so schaffen. Trotzdem will Bäte seinen Stil ändern, sein Vorgänger und neuer Aufsichtsratschef Michael Diekmann soll ihm dabei helfen. Eine Revolte können beide nicht gebrauchen: ab Seite 38.

Oliver Bäte
Dirk Bruniecki für manager magazin
Oliver Bäte

Mit allerhärtesten Bandagen wird derzeit um den Arzneihersteller Stada gekämpft: Interimschef Matthias Wiedenfels musste eine Abhöreinrichtung aus seinem Dienstwagen entfernen, wesentliche Akteure der Übernahmeschlacht stimmten persönlichen Treffen mit meinen Kollegen Sven Clausen und Angela Maier nur unter Bedingungen zu, die man aus der Halbwelt kennt: blickdichte Räume, zeitlich versetztes Kommen und Gehen. Einer entsandte einen Vertreter und ließ sich per Telefon dazuschalten; ein anderer schickte uns im Nachgang eine von Juristen geprüfte Abschrift der Unterredung zu. Warum der Fall Stada so heikel ist und als Lektion für Macht- und Kontrollversagen taugt, lesen Sie ab Seite 60.

Auf 30 Bürotürme verteilt sich Amazonin Seattle. Und es werden mehr, die Belegschaft in der Zentrale des Tech-Giganten soll auf 50.000 Mitarbeiter verdoppelt werden. Amazon-Chef Jeff Bezos peitscht den Konzern unentwegt nach vorn. Dabei schafft er es, die Start-up-Kultur zu erhalten. Erfindergeist gepaart mit Skaleneffekten - Amazon bietet die Blaupause, nach der so viele Konzerne suchen. Wie Bezos dies gelingt, haben meine Kollegen Philipp Alvares und Martin Mehringer in Seattle ergründet. Ihren Inside-Report finden Sie ab Seite 52.

Sie ist der Oscar der Gourmetszene- die Liste der weltweit 50 besten Restaurants, wichtiger als der Michelin. Ein Jahr lang versuchte unsere Autorin Viola Keeve einen Termin mit der Nummer eins zu bekommen, Massimo Bottura, Besitzer der "Osteria Francescana" in Modena. Keine Chance. Also fuhr sie einfach hin, stellte sich Bottura in den Weg und durfte sogar zum Essen bleiben: im Stehen, neben dem Spülbecken in der Küche. Der Laden ist immer ausgebucht. Das Ranking gilt als korrupt und mafiös, und trotzdem tun Spitzenköche alles, um dort einen Platz zu ergattern. Das brutale Geschäft mit den Sternen: ab Seite 112.

PS IN EIGENER SACHE: Wir haben unsere Magazin-App fürs Tablet und Smartphone technisch einmal runderneuert. Ein echter Mehrwert für all jene, die neben dem Heft auch Zugriff auf die digitale Ausgabe haben möchten.

Herzlichst Ihr

Steffen Klusmann


Chefsache ist der wöchentliche Newsletter aus der Chefredaktion des manager magazins.

Jeden Freitag Nachmittag kommentieren abwechselnd Sven Clausen, Steffen Klusmann und Martin Noé die vergangene Woche und geben einen Ausblick auf die kommende Woche.

Nachrichtenticker

Leser-Empfehlungen