Kolumne "Chefsache"

Die Schweiger AG

Von
mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)
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mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)

Liebe Leserinnen und Leser,

Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent - Til Schweiger ist nicht nur Deutschlands erfolgreichster Filmheld, sondern auch ein ausgebuffter Unternehmer. Seine Filme locken Millionen in die Kinos und spülen Millionen auf seine Konten. Das hat er seinem Gespür für massentaugliche Stoffe zu verdanken und einem einzigartigen Vertrag mit dem Hollywoodstudio Warner Bros. Jetzt steigt er mit seiner Marke Barefoot ins Lifestyle-Business ein: Schweiger-Delis, Schweiger-Hotels, Schweiger-Pullis, Schweiger-Möbel. Meine Kollegin Gisela Maria Freisinger hat auch die andere Seite des Boulevard-Rüpels entdeckt, den Geschäftsmann, der Misserfolge kaum erträgt, alles unter Kontrolle haben muss und nur seiner Familie vertraut. "Das Schweiger-Kartell" lesen Sie ab Seite 102.

Die Reimanns, steinreich geworden mit Waschmitteln, sind eine der verschwiegensten Sippen der Republik. Keine Fotos, keine Interviews, keine Einträge in sozialen Netzwerken. Seit Jahren macht der Clan durch spektakuläre Übernahmen von sich reden. Der Mann hinter diesen Zukäufen ist Peter Harf, Gewährsmann der Familie und Chef ihrer Holding JAB. Meiner Kollegin Ursula Schwarzer, die Harf seit Jahren kennt, gab er in London einen tiefen Einblick ins Reimann-Imperium, mit vielen Details und bislang unveröffentlichten Konzernzahlen. Die Zukäufe im Beauty- und Kaffeegeschäft, das fällt auf, kommen in immer kürzeren Abständen, gezahlt werden häufig zweistellige Milliardenbeträge. Welche Strategie hinter den waghalsigen Deals steht, schildern Schwarzer und Martin Mehringer in "Der unersättliche Clan" ab Seite 28.

E=G, oberster (E)ntwickler gleich (G)eneraldirektor, neuerdeutsch Vorstandschef. So lautete die Formel, nach der bei Audi die Bosse benannt wurden. Bis Ferdinand Piëch die Regeln vor elf Jahren neu definierte und Rupert Stadler zum CEO machte. Einen Finanzer. Das lief lange gut, sehr gut sogar. Doch Mister Audi wurde Stadler nie. Und das holt ihn jetzt ein. Was bei dem Autobauer unter seiner Ägide alles schieflief, zeichnet Michael Freitag in Audis "Talfahrt" nach, ab Seite 34.

Jochen Schweizer versteht es, in der TV-Castingshow "Die Höhle der Löwen" junge Gründer zu grillen und mit guten Ratschlägen zu versorgen. Für viele ist der kantige Erlebnisunternehmer, der als Stuntman anfing, ein Idol. Als meine Kollegin Angela Maier Schweizers Erfolgscode entschlüsseln wollte, stieß sie indes auf ein Konstrukt verschachtelter Beteiligungen, schwer nachvollziehbare Geldflüsse und eine dramatisch überschuldete Kerngesellschaft. Die lebt vom Verkauf von Gutscheinen, die oft gar nicht eingelöst werden. Auf welch weichem Grund Schweizers Firmenreich gebaut ist und warum die mm-Recherchen für ihn zur Unzeit kommen - ab Seite 64.

Herzlichst Ihr

Steffen Klusmann


Chefsache ist der wöchentliche Newsletter aus der Chefredaktion des manager magazins.

Jeden Freitag Nachmittag kommentieren abwechselnd Sven Clausen, Steffen Klusmann und Martin Noé die vergangene Woche und geben einen Ausblick auf die kommende Woche.

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