12.06.2018  Schaden durch Kryptowährungen und Optionsgeschäfte

Wirtschaftskriminalität auf höchstem Stand seit 5 Jahren

Grauer Kapitalmarkt: Betrug und Untreue mit Kapitalanlagen hat stark zugenommen
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Grauer Kapitalmarkt: Betrug und Untreue mit Kapitalanlagen hat stark zugenommen

In Deutschland ist die Wirtschaftskriminalität auf dem Vormarsch. Sie legte 2017 mit mehr als 74.000 registrierten Fällen um 28,7 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Bundeskriminalamt am Dienstag mitteilte. Die Fallzahl liegt laut BKA deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Der Anteil an allen polizeilich bekanntgewordenen Straftaten lag 2017 zwar nur bei 1,3 Prozent. Aber der von Wirtschaftskriminellen angerichtete Schaden summierte sich auf 3,74 Milliarden Euro. Das BKA spricht von "erheblichen Auswirkungen", da diese Tätergruppe etwa die Hälfte des durch Kriminalität insgesamt entstandenen Schadens anrichte.

Totalverlust mit "binären Optionen"

Besonders stark zugenommen haben laut einen Lagebild des BKA die Fälle von Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen.

Im Umfeld einer zunehmend digitalisierten Welt nutzten Täter hier neue Möglichkeiten - etwa mit sogenannten Binären Optionen. Diese werden Anlegern auf vermeintlich benutzerfreundlichen Online-Plattformen angeboten. Die Geldgeber würden mit vermeintlich hohen Renditen geködert: "Doch Anleger verzeichnen häufig einen Totalverlust", erläuterte das BKA.

Hinter binären Optionen verbergen sich schlichte Wetten auf die Entwicklung von zwei verschiedenen Bezugswerten. So können Anleger etwa darauf setzen, dass eine Aktie in einem bestimmten Zeitraum besser läuft als eine andere Aktie oder dass der Euro zum Dollar bis zu einem Zeitpunkt X steigt oder fällt.

Risikobehaftet sind laut BKA auch Kapitalanlagen in Kryptowährungen. "Für die Anleger besteht die Gefahr, dass Täter das angelegte Geld nicht im angegebenen Sinn nutzen, sondern vielmehr zur illegalen Gewinnmaximierung. Die Anleger sehen sich dann massiven Verlusten ausgesetzt", warnte die Behörde.

la/dpa/reuters