16.11.2018 
Das verborgene Immobilienimperium des Coworking-Start-ups

WeWorks milliardenschwerer Masterplan

Von

WeWork-Niederlassung in Washington
AFP
WeWork-Niederlassung in Washington

Es sind Zahlen, die absurd anmuten. 42 Milliarden Dollar ist das Coworking-Start-up WeWork mittlerweile wert - bei einem Verlust von 1,22 Milliarden alleine in den ersten neun Monaten des Jahres. Zahlen, die manche Beobachter Parallelen zu einem Kartenhaus ziehen lassen, das beim kleinsten Windstoß einzustürzen droht.

Für den Investor Softbank, der mittlerweile mit mehr als acht Milliarden bei WeWork investiert ist, kann es hingegen gar nicht gigantisch genug sein. 100 Milliarden Dollar, fabulierte im Juni Rajeev Misra, der Aufseher von Softbanks Vision Funds, könnte WeWork in den kommenden Jahren wert sein. Im Eiltempo expandiert das Unternehmen dafür, auch in Deutschland. Seit Mitte 2016 hat WeWork 15 Niederlassungen in Frankfurt, Hamburg, München und Berlin eröffnet.

Mit der Bewertung von 42 Milliarden Dollar stellt das gerade einmal acht Jahre alte Start-up sogar profitable Tech-Plattformen wie AirBnB in den Schatten, die anders als WeWork schon aufgrund des anderen Geschäftsmodells viel geringeren Risiken ausgesetzt sind. Ganz zu schweigen von direkten Konkurenten wie dem Coworking- und Business-Center-Betreiber Regus. Der hat zwar fast zehn Mal so viele Mitglieder wie WeWork, ist mit rund 2,8 Milliarden Dollar aber nur knapp ein Fünfzehntel wert.

Doch WeWork ist schon lange kein reines Coworking-Unternehmen mehr - sondern arbeitet unter Hochdruck daran, eine integrierte Immobilien- und Dienstleistungsplattform zu werden, bei der Unternehmen von der Immobiliensuche bis zum Betrieb der Niederlassungen alles aus einer Hand bekommen können. Eine Strategie, die WeWork gegenüber Konjunkturflauten und Wettbewerbern unabhängiger machen soll. Und die es nach Einschätzung von Beobachtern womöglich too big to fail machen könnte.

1 | 6

Mehr zum Thema