13.02.2019 
VW setzt auf internen Kandidaten

Christian Senger soll Volkswagen-Software-Vorstand werden

Christian Senger bei der L.A. Autoshow im Jahr 2017
Volkswagen
Christian Senger bei der L.A. Autoshow im Jahr 2017

"Wir sind der erste Auto-Konzern, der das macht", verkündete Volkswagen-Chef Herbert Diess (60) nicht ohne Stolz, als er zum Weltwirtschaftsforum in Davos bekannt gab, dass das Unternehmen seinen Vorstand um einen Posten für Software-Entwicklung erweitert. Der Kandidat für den Posten ist offenbar gefunden - und zwar in den eigenen Reihen.

Nach Informationen von manager-magazin.de soll Christian Senger (44) das neue Ressort übernehmen. Er ist Leiter der Baureihe e-Mobility und soll als neuer Markenvorstand sich nicht nur um die Softwareentwicklung der Marke VW kümmern, sondern diese Aufgaben für den gesamten Konzern übernehmen. Als erstes hatte das Fachmagazin "carIT" darüber berichtet. Der Berufung muss der Aufsichtsrat noch zustimmen.

Diess hatte im besagten Davos bereits angekündigt, dass der Konzern die Verantwortlichkeiten für Software- und Hardware-Entwicklung im Automobilgeschäft trennen wolle. Das Auto werde in Zukunft zu großen Teilen ein Softwareprodukt sein und zum "komplextesten Internetprodukt, das es gibt".

Die Vernetzung der vielen Software-Einheiten im Auto sei mittlerweile die anspruchsvollste Aufgabe bei der Fahrzeugentwicklung. Volkswagen will daher die Software-Architektur in den Fahrzeugen vereinfachen. Durch eine Zusammenfassung von Systemen und die strikte Trennung von Soft- und Hardware sollen die Kosten bei Volkswagen Pkw um einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag sinken.

Als Leiter der Baureihe e-Mobility war Senger seit 2016 verantwortlich für die Entwicklung des Modularen Elektrobaukastens MEB, auf dem die neuen E-Autos der ID-Familie stehen. Seine Laufbahn in der Autobranche begann er 1997 bei BMW, wo er ab 2010 für die Produktkonzepte des i3 und i8 verantwortlich war. Auch Diess kam von BMW zu Volkswagen.

rei mit Material von Reuters

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